Coronavirus-Epidemie hat Aktienmärkte weiter im Griff

Handelssaal in Frankfurt am Main

Der Coronavirus-Ausbruch hat die europäischen Aktienmärkte weiter im Griff. Der Deutsche Aktienindex (Dax) in Frankfurt am Main verlor bis Börsenschluss am Montagabend 0,27 Prozent. In Mailand brachen die Kurse erneut um 1,5 Prozent ein. An den Handelsplätzen in London und Paris zeichnete sich eine Erholung ab. Der Dow Jones stieg deutlich, nachdem das US-Finanzministerium eine Telefonkonferenz der Finanzminister und Zentralbankenchefs der G7 zur Corona-Krise bekanntgab.

In der vergangenen Woche waren die Börsen weltweit eingebrochen, vornehmlich aufgrund der Sorge der Anleger vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus und der wirtschaftlichen Folgen der Epidemie. Am ersten Handelstag der neuen Woche sank das Börsenbarometer in Mailand bis Börsenschluss um weitere 1,5 Prozent. Italien ist das am stärksten von der Coronavirus-Epidemie betroffene Land Europas. Dort stieg die Zahl der Todesfälle durch das Virus am Montag auf 52, die Zahl der Infektionsfälle liegt dort inzwischen bei mehr als 2030.

In London und Paris legten die Kurse dagegen leicht zu. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg des Börsenbarometers um knapp drei Prozent schloss London mit einem Plus von 1,13 Prozent. In Paris legte der CAC der 40 größten Unternehmen zunächst um gut zwei Prozent zu. Bei Börsenschluss lag er noch bei 0,44 Prozent im Plus.

In den USA legte der Dow Jones kräftig zu. Nachdem das US-Finanzministerium eine Beratung der G7-Finanzminister und Zentralbankenchefs für Dienstag ankündigte, stieg der US-Leitindex um mehr als drei Prozent. US-Finanzminister Steven Mnuchin und Fed-Chef Jerome Powell werden die auf 13.00 Uhr MEZ angesetzte Telefonkonferenz mit ihren G7-Kollegen leiten, wie das Ministerium in Washington mitteilte.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire kündigte darüber hinaus eine ähnliche Sitzung der Eurozonen-Finanzminister am Mittwoch an. Es werde eine "koordinierte Reaktion" auf den Coronavirus-Ausbruch geben, betonte Le Maire im Sender France 2.

Der Ölpreis erholte sich von den Verlusten der vergangenen Woche. Bis zum späten Vormittag legte die Nordseesorte Brent um 2,15 Prozent auf 50,74 Dollar zu. Die US-Sorte WTI stieg um 1,9 Prozent auf 45,61 Dollar.

An den chinesischen Finanzplätzen entspannte sich die Lage teils deutlich. Der Handelsplatz Shanghai schloss mehr als drei Prozent im Plus, die Börse in Shenzhen legte um knapp 3,8 Prozent zu, die Kurse in Hongkong stiegen um 0,62 Prozent. Die Anleger reagierten offenbar auf die Angaben Pekings, dass die Zahl der Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus im Land zurückgehe, und kauften Aktien nach.

In Japan erholten sich die Kurse am Montag ebenfalls leicht. Hier reagierten Anleger auf die Ankündigung von Zentralbankchef Haruhiko Kuroda, die Notenbank werde alles tun, um die Stabilität der Finanzmärkte zu garantieren. Der Leitindex Nikkei, der in der vergangenen Woche um fast zehn Prozent eingebrochen war, kletterte bis Handelsschluss um 0,95 Prozent auf 21.344,08 Punkte.