Darum ist der Kurs der AIXTRON-Aktie um 10 Prozent eingebrochen

Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Herrjemine, was ist da passiert? Da ist der Kurs der AIXTRON (WKN:A0WMPJ)-Aktie aber ganz schön abgetaucht. Lösen sich die großen Hoffnungen der Anleger nun wieder in Luft auf oder handelt es sich nur um einen harmlosen Rücksetzer? „Schuld“ haben wohl ein Insider sowie ein Analyst von Morgan Stanley.

Darum geht´s

Letzterer veröffentlichte am Anfang dieser Woche eine Studie zum Halbleitersektor. Insbesondere für Speicherchip-Hersteller werden darin fallende Preise verbunden mit sinkenden Gewinnen erwartet. Der Höhepunkt sei jetzt erreicht, schon Anfang 2018 soll die Tendenz nach unten zeigen. Der Grund liege in einer Angebotsschwemme, nachdem in diesem Jahr noch Knappheit an so genannten NAND-Chips herrschte, die in großen Mengen in Halbleiterlaufwerken (SSD) verbaut werden.

Offenbar sieht er dort einen typischen Schweinezyklus. Auch insgesamt rät er, asiatische Halbleiter-Hersteller mit Vorsicht zu behandeln. In der Folge kamen viele Tech-Aktien in diesem Umfeld auch außerhalb Asiens unter Druck, von Samsung (WKN:881823) und Western Digital (WKN:863060) über Dialog Semiconductor (WKN:927200) bis hin zu Siltronic (WKN:WAF300). Trotz unterschiedlicher Ausrichtung sitzen diese ja irgendwie im gleichen Boot.

Na und?

Das Engagement in der Chip-Branche wurde doch durch den kürzlich abgeschlossenen Verkauf des Geschäfts mit Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie stark zurückgefahren, sodass AIXTRON eigentlich nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen werden sollte.

Das Problem von AIXTRON: Nachdem die Übernahme an einen chinesischen Käufer vor einem Jahr geplatzt war, verschlimmerte sich zunächst die prekäre Situation des Maschinenbauers durch weitere Verluste. Zwar gelang zwischenzeitlich dank anziehendem LED-Markt der Sprung in die schwarzen Zahlen, aber eben nur knapp.

Wenn jetzt die Nachfrage wieder nachließe, würde es schwer, die positive Dynamik aufrechtzuerhalten. Schließlich hat sich der Kurs seit dem 52-Wochen-Tief in der Spitze verfünffacht. Das hat sich wohl auch der Co-Chef Dr. Bernd Schulte gedacht, der am 28.11. über die Ausübung von Optionen 52.000 Aktien zum Kurs von 14,12 Euro abgestoßen hat.

Und jetzt?

Es ist nur verständlich, dass auch andere Anleger nun erst mal ihre Gewinne mitgenommen haben. Die aktuelle Marktkapitalisierung von 1,4 Mrd. Euro (29.11.) wirkt trotz Korrektur und aussichtsreicher strategischer Umbaumaßnahmen immer noch mächtig hoch. Von daher würde ich überzeugten Aktionären nicht zum blinden Nachkaufen raten und lieber noch etwas abwarten, wie sich das alles entwickelt. Die Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2017 samt aktualisiertem Ausblick gibt es dann am 27.02.2018.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2017