Tor-Spektakel verlängert Wolfsburgs irre Serie

WOLFSBURG, GERMANY - NOVEMBER 05: Yunus Malli of Wolfsburg is challenged by Arne Maier of Berlin during the Bundesliga match between VfL Wolfsburg and Hertha BSC at Volkswagen Arena on November 5, 2017 in Wolfsburg, Germany. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Bundesliga-Remiskönig Martin Schmidt regiert weiter.

Auch gegen Hertha BSC kam der Trainer des VfL Wolfsburg mit den Niedersachsen nicht über ein 3:3 (2:1) hinaus. Mit dem siebten Unentschieden in Serie stellten die Norddeutschen einen neuen Vereinsrekord auf. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

In einer turbulenten Partie, in die der Videoassistent mehrfach eingriff, erzielten Yunus Malli per Kopfball in der 41., Mannschaftskapitän Mario Gomez in der 44. Minute und Divock Origi nach exakt einer Stunde die Tore für die Platzherren. 


Schnellstes Tor der Bundesliga-Saison

Mit seinem ersten Treffer seit 900 Minuten hatte Vedad Ibisevic die Gäste schon nach 21 Sekunden in Führung gebracht, es war das bislang schnellste Saisontor.

In der zweiten Halbzeit gelang Karim Rekik per Kopfball nach Freistoß (53.) der zwischenzeitliche 2:2-Ausgleich, ehe am Ende Davie Selke (83.) den Gästen einen Punkt rettete.

Bei zwei weiteren umstrittenen Situationen jubelten die 25.214 Zuschauer zu früh. In der 5. und 27. Minute lag der Ball bereits jeweils im Berliner Tor, doch Schiedsrichter Robert Kampka aus Mainz nahm die vermeintlichen Treffer nach Hinweisen aus Köln beide Male wegen Abseitsstellungen wieder zurück.

"Ein verrücktes Spiel"

"Wir haben stark angefangen, aber die Führung hat uns blockiert. Durch die Videobeweise gab es viel Unruhe im Spiel. Das Unentschieden ist am Ende verdient", sagte Hertha-Trainer Pal Dardai nach dem Abpfiff bei Sky.

"Normalerweise reichen drei Tore auswärts für einen Sieg aus", ergänzte Ibisevic und zog wortgleich dasselbe Fazit wie sein Coach: "Heute war es ein verrücktes Spiel."


Ibisevic als Lewandowski-Backup?

Etwas weniger verrückt, aber auch ein Thema: das Gerücht, das Sky-Experte Lothar Matthäus vor dem Spiel in Umlauf gebracht hat. Er sieht Ibisevic als idealen Bayern-Backup für Robert Lewandowski.

Darauf angesprochen sagte der Hertha-Stürmer: "Es ist schwierig so etwas zu beantworten. Dazu kann ich jetzt direkt nach dem Spiel nichts sagen. Es gibt noch keinen Kontakt."

Gomez immer wieder im Fokus

Während der Partie immer wieder im Fokus: Ibisevic' Gegenüber Mario Gomez.

Der Torjäger schoss in der 20. Minute den Ball bei einem Foulelfmeter an die Latte, sein Trainer Schmidt fiel vor der Auswechselbank vor Verzweiflung auf die Knie. (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse)

"So etwas habe ich noch nie erlebt. Eigentlich müssen wir in der ersten Halbzeit vier Tore machen. Zwei werden aber aberkannt und den Elfer verschieße ich selbst", resümierte der Nationalstürmer. "Das tut mir echt leid. Ich habe mich sicher gefühlt und leider verschossen. Ich will ja auch nicht Gerd Müller einholen. Das nächste Mal wird dann ein anderer schießen." (DATENCENTER: Die Tabelle)


Joker Selke sticht und gleicht aus

In der Schlussphase sollte Herthas Davie Selke, zweifacher Torschütze gegen Luhansk, nach seiner Einwechslung in der 67. Minute das Blatt noch wenden, was ihm dann auch gelang. Per Skjelbred zeichnete sich beim letzten Treffer der Partie als Vorlagengeber aus. Für Selke war es der erste Bundesliga-Treffer im Hertha-Trikot.

Wolfsburg-Coach Schmidt konnte seiner Truppe bei Sky wenig ankreiden: "Viel ist nicht falsch gelaufen, vieles ist gut, sogar sehr gut gelaufen. Wir müssen über ein, zwei Szenen reden, bei denen wir uns falsch verhalten haben. Ansonsten gibt es nicht viel zu bemängeln. Wir brauchen aber demnächst mal einen Dreier."