Kurioses Problem bei Haas: Warum die Bodenhöhe ein Eigenleben entwickelt

Norman Fischer
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Für Haas läuft auch in Portugal nicht viel zusammen. Im Qualifying von Portimao mussten sich Romain Grosjean und Kevin Magnussen erneut mit den Plätzen 18 und 19 zufriedengeben. Und wieder einmal stimmt etwas mit dem Auto nicht. "Wir konnten nur zwei Runden am Stück fahren", hadert Magnussen. Der Grund dafür ist wieder rätselhaft.

"Unsere Hinterradaufhängung überhitzt, und dadurch verändert sich die Fahrzeughöhe am Heck andauernd", verrät Grosjean. "Von einer Runde auf die andere können wir plötzlich bis zu 4,4 Prozent an Aerobalance zulegen."

Was diese Anomalie verursacht, weiß man bei Haas nicht. Das Problem besteht schon das ganze Jahr über, in Portimao tritt es aber urplötzlich verstärkt auf. "Die Magnitude ist doppelt so groß", wundert sich Grosjean, "und wir wissen nicht wieso".

"Das ist schwierig, weil es das Verhalten des Autos auf unvorhersehbare Weise verändert. Das bedeutet, dass du im Grunde jedes Mal mit einer anderen Fahrzeughöhe rausfährst", sagt Magnussen.

Problem seit Beginn des Jahres

Auch Teamchef Günther Steiner gibt zu, dass man das Problem seit Beginn des Jahres habe und es ein paar Rennen gedauert habe, bis man es verstanden hatte. "Wir haben ein paar Möglichkeiten probiert, um das System zu kühlen", sagt er. Manchmal funktioniere es besser und manchmal - wie in Portimao - eben schlechter.

"Wir haben ein paar neue Teile mit zu diesem Rennen gebracht, und ich schätze, sie funktionieren nicht so, wie es auf der Verpackung steht", so der Südtiroler. "Aber wir arbeiten weiter daran."

Grosjean fühlt dabei mit seinen Ingenieuren mit. "Sie würfeln und entscheiden dann, mit welchem Flap wir fahren, aber wir wissen nie, wo es enden wird."

Grosjean: "Muss keinen Mist mehr erzählen"

Der Franzose nimmt nach seinem feststehenden Aus für 2021 kein Blatt mehr vor den Mund: "Unser Auto ist das langsamste im gesamten Feld. Wir müssen im Qualifying halt versuchen, nicht Letzter zu sein", sagt er. "Das Auto ist noch das gleiche wie bei den Wintertests, und seither haben wir nichts weiterentwickelt. Da ist es kein Wunder, dass wir immer weiter zurückfallen."

Solche Aussagen hört man in der Formel 1 selten, doch Grosjean weiß, dass er nichts mehr zu verlieren hat. "Ich muss keinen Mist mehr erzählen. Ich bin ja nächstes Jahr nicht mehr hier", lacht er. Wenn er an das anstehende Portugal-Rennen denkt, ist ihm jedoch weniger zum Lachen zumute: "Wir sind nicht sehr zuversichtlich, wie es enden wird."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.