Ferrari-Protest enthüllt kuriose F1-Farce

Ferrari-Protest enthüllt kuriose F1-Farce
Ferrari-Protest enthüllt kuriose F1-Farce

Sergio Pérez musste am Wochenende noch etwas zittern um seinen Sieg beim Grand Prix in Monaco: Konkurrent Ferrari hatte dabei nach dem Rennen Protest gegen den Rennausgang eingereicht, den die FIA jedoch abgewiesen hat. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Stein des Anstoßes: Beide Red-Bull-Fahrer - also Pérez und auch Weltmeister Max Verstappen - hätten nach Reifenwechseln bei der Boxenausfahrt mit dem linken Vorderreifen die durchgezogene Linie nach links verlassen - verbotenerweise, vermeintlich.

Die FIA hatte entschieden, dass dem nicht so war, womit sich am Stand der Dinge im WM-Kampf zwischen dem Red-Bull-Duo und Ferrari-Nummer-1 Charles Leclerc nichts geändert hat.

Inzwischen hat sich durch die Herausgabe offizieller Dokumente herausgestellt, dass ein kurioser Fehler der Formel-1-Verantwortlichen den Streit verursacht hat: Eine Regeländerung war durch einen Copy-and-Paste-Fehler nicht dort aufgetaucht, wo sie hätten auftauchen sollen!

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Wendete FIA veralteter Regel an?

Im Fokus der Auseinandersetzung stehen die sogenannten Event Notes, die vom Rennleiter bei jedem Grand Prix an die Teams geschickt werden.

Dort stand, dass es verboten ist, dass irgendein Teil des Autos den blaumarkierten Bereich zwischen Strecke und dem Einfahrt in die Boxengasse überschreitet.

Diese Regel bezieht sich auf Artikel 5c von Anhang L des Internationalen Sportgesetzbuchs. Das Problem ist jedoch, dass die Event Notes sich auf die veraltete Regel bezogen, die bis zum 15. Dezember 2021 gültig waren - und mit der neuen Saison eine kleine, aber wesentliche Änderung erfahren haben.

Schuldfrage bei der FIA

Vor der Saison war es verboten, dass ein Teil vom Auto die begrenzende Line zwischen Strecke und Boxengasse überqueren darf. In der neuen Regel ist der Wortlaut anders: Dort steht, dass lediglich kein Rad die Linie überqueren darf. Die Regeländerung wurde in den Event Notes der neuen Saison jedoch nicht berücksichtigt, wegen eines „Copy and Pastes aus der Version von 2021″, wie Rennleiter Eduardo Freitas laut Steward-Statement bekannte.

Wer für den Fehler verantwortlich ist, ist noch nicht klar. In Barcelona und Monaco war Freitas Rennleiter, aber auch unter der Verantwortung sein deutschen Kollegen Niels Wittich war offensichtlich Bezug auf die veraltete Regel genommen worden - Freitas und Wittich hatten vor Saisonbeginn den durch das Finale 2021 in Verruf gekommenen Michael Masi abgelöst.

Durch die Entscheidung der FIA herrscht nun in jedem Fall Klarheit, was das Wort „Überqueren“ genau bedeutet. Das hatte Ferrari-Boss Mattia Binotto nach dem Rennen gefordert.

Somit ist nun ein Präzedenzfall geschaffen, der den Fahrer etwas Spielraum bei der Ausfahrt aus der Boxgassen gibt.

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