Kuriose Klausel: Wie Klinsmann bei Inter der Tribüne entging

Christian Paschwitz

Es ist eine der Transfergeschichten, bei denen die Meinungen über Details und deren Zustandekommen bis heute auseinander gehen. 

Hat Jürgen Klinsmann bei seinem Wechsel als Spieler zum FC Bayern dem Rekordmeister einst tatsächlich eine Stammplatz-Garantie abgerungen?

Ein Vorgang, der dann in etwa vergleichbar wäre mit dem Fall Alexander Nübel – und gerade deshalb aktuell wieder neue Brisanz bekommen hat.


Doch während dem Torwart des FC Schalke 04 im Zuge seines Wechsels nach München im Sommer nach SPORT1-Informationen schriftlich eine Mindestanzahl von Spielen zugesichert wurde, soll die Garantie eines Stammplatzes in München laut Klinsmanns Umfeld nie ein Thema gewesen sein.

Wie SPORT1 aus dem Kreis des heutigen Trainers von Hertha BSC erfuhr, gab es aber sehr wohl eine vertragliche Besonderheit bei Klinsmanns Wechsel 1989 vom VfB Stuttgart zu Inter Mailand.

Klinsmann und sein Wechsel zu Inter

Konkret: Der damals erst 25 Jahre alte Stürmer, an dessen Verpflichtung seinerzeit auch der Stadtrivale AC Mailand großes Interesse hatte, ließ sich in seinen Vertrag eine Klausel hineinschreiben, die ihm zusicherte, bei den Spielen Inters nicht aus Gründen der Ausländerregelung auf der Tribüne sitzen zu müssen. 


Hintergrund war die erst Jahre später durch das Bosman-Urteil zu Fall gebrachte Ausländerregelungen im europäischen Fußball, nach der ein Klub allein drei ausländische Akteure einsetzen durfte. Und die daraus resultierende Befürchtung, dass Klinsmann nur gekauft wird, damit er nicht zur Konkurrenz wechselt. 

Erwähnenswert dabei: Zum Zeitpunkt des Klinsmann-Wechsels, der schließlich bis 1992 in Italien blieb, standen bei Inter mit Lothar Matthäus und Andreas Brehme noch zwei weitere deutsche Nationalspieler unter Vertrag.

Trainer war überdies Giovanni Trapattoni – den Klinsmann ungeachtet mancher Meinungsverschiedenheit über Offensivfußball Jahre später noch einmal erleben sollte.


Klinsmann: Wiedersehen mit Trapattoni 

Denn: Als der deutsche Torjäger nach weiteren Stationen bei AS Monaco und Tottenham Hotspur dann 1995 zu den Bayern stieß, hieß sein sportlicher Vorgesetzter erneut "Trap".

Ob Stammplatzgarantie oder nicht, in der Startelf stand Klinsmann in München unter dem Italiener am Ende immer.