Nach kurioser Verletzung: Wölfe bangen um Gomez

Sinnbildlich für die Misere des VfL Wolfsburg, im Niedersachsenderby gegen Hannover 96 kamen die Wölfe nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus, stand wieder einmal Kapitän Mario Gomez.

Der Nationalspieler trat nach feiner Vorarbeit von Josuha Guilavogui noch vor der Pause freistehend über den Ball - und verletzte sich bei der Aktion, sodass er anschließend vom Feld musste.

Gomez-Wechsel doppelt kurios

"Er läuft auf Stützen. Es tut richtig weh", sagte VfL-Trainer Andries Jonker. Eine MRT-Untersuchung am Sonntag oder Montag soll Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben. 

Noch kurioser war allerdings die Szene, die sich danach ereignete: Landry Dimata, für Gomez eingewechselt, war von seinem zügigen Einsatz offensichtlich überrascht. Der 20 Jahre alte Belgier bemerkte erst beim Ausziehen seines Trainingsanzugs, dass er vergessen hatte, sich ein Spieloutfit anzuziehen.

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Weil er das auf die Schnelle in der Kabine nachholen musste, spielten die Wölfe zwei Minuten lang zu zehnt.

Harnik trifft per Hacke

Aufsteiger Hannover 96 bleibt in der Bundesliga derweil in der Erfolgsspur. Die Mannschaft von Trainer Andre Breitenreiter erkämpfte sich einen Punkt und bleibt nach den beiden Siegen zum Auftakt ungeschlagen.

Martin Harnik sicherte 96 den siebten Zähler durch einen frechen Treffer mit der Hacke (76.). Daniel Didavi hatte die Wölfe zuvor mit einem abgefälschten Freistoß aus rund 25 Metern in der 52. Minute in Führung gebracht. 

Wolfsburg weiter ohne Heimsieg

Wolfsburg, das die Partie trotz bester Chancen nicht vorzeitig für sich entscheiden konnte, schaffte damit auch im zweiten Heimspiel keinen Sieg. Mit vier Punkten liegt das Team von VfL-Coach Andries Jonker weiter im Mittelfeld der Tabelle.

"Wir nehmen die Euphorie gerne mit und wissen, dass wir schwer zu schlagen sind", hatte 96-Coach Breitenreiter, der als Profi von 1998 bis 1999 ein Jahr für die Wölfe spielte, vor der Partie angekündigt - entsprechend selbstbewusst starteten die Roten in die Partie.


Keine zwei Minuten waren gespielt, da verpasste Rekordtransfer Jonathas (kam für 9 Millionen Euro) die Führung haarscharf. Eine Hereingabe von Harnik spitzelte der Brasilianer, der bei seinem Bundesliga-Debüt gegen Schalke 04 auf Anhieb getroffen hatte, aus kurzer Distanz am langen Pfosten vorbei.

Origi feiert sein Debüt

Nach dem turbulenten Auftakt ließen es beide Teams allerdings ruhiger angehen. Die größte Chance der Wölfe, bei denen Liverpool-Leihgabe Divock Origi bei seiner Bundesliga-Premiere lange Zeit wenig zur Geltung kam, vergab Mittelstürmer Mario Gomez (36.).



Auch im zweiten Abschnitt erwischte Hannover, das die letzten vier Gastspiele in Wolfsburg nicht verloren hatte, den besseren Start. Felix Klaus scheiterte nach einem Solo allerdings an VfL-Keeper Koen Casteels (49.). Dann traf Didavi, der schon in Frankfurt den Wolfsburger Treffer erzielt hatte, auf der anderen Seite.

In der Folge drängte Wolfsburg vor 27.321 Zuschauern in der Volkswagen Arena auf die Entscheidung. Doch nachdem sowohl Didavi als auch Origi beste Chancen vergaben, schlug Harnik wie aus dem Nichts zu. Mit der Hacke narrte er die VfL-Defensive und sorgte zudem für den 500. Auswärtstreffer in Hannovers Bundesliga-Geschichte.