IS gerät in Syrien weiter in Bedrängnis

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gerät in Syrien immer weiter in Bedrängnis: Die kurdisch-arabische Allianz SDF startete am Samstag eine neue Offensive auf Deir Essor. Auch die syrische Armee befindet in der Region im Vormarsch

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gerät in Syrien weiter in Bedrängnis: Die kurdisch-arabische Allianz der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) startete am Samstag eine neue Offensive auf Deir Essor, die letzte weitgehend vom IS kontrollierte Provinz im Osten des Landes. Auch syrische Regierungstruppen befinden sich in der Region im Vormarsch - sie verkündeten die Befreiung eines Militärflughafens, der seit drei Jahren von den Islamisten kontrolliert wurde.

Die SDF-Einheiten rückten von Osten her auf Deir Essor vor. Mit dem Kampfeinsatz solle der IS aus dem Gebiet östlich des Euphrat verdrängt werden, sagte der Kommandeur der SDF-Einheit, Ahmed Abu Khawla, am Samstag in Abu Fas in der Provinz Hassake. Die SDF werden von den USA unterstützt. "Wir sind auf mehreren Kilometern vorgedrungen, dank der Luft-Unterstützung der internationalen Koalition", sagte Khawla.

Der IS wird auch von der syrischen Armee bekämpft, die die gleichnamige Hauptstadt der Provinz Deir Essor zurückerobern willn. Die SDF-Kräfte erklärten jedoch, es gebe keine Abstimmung mit den syrischen Regierungstruppen oder dem russischen Militär, das die Truppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad unterstützt.

Wie die syrische amtliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, konnte die syrische Armee den IS vom Militärflughafen der Stadt Deir Essor vertreiben. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London teilte mit, durch die Beendigung der Belagerung des Flughafens hätten die syrischen Streitkräfte auch die westlichen Viertel der Großstadt befreit.

Der Westen der Stadt, die seit fast drei Jahren vom IS eingekesselt war, war am Samstag wieder für Hilfslieferungen erreichbar. Hunderte Menschen scharten sich um einen Hilfskonvoi syrischen Roten Halbmonds. "Ich bete zu Gott, dass niemand auf der Welt das erleben muss, was wir erlebt haben", sagte eine Bewohnerin der Nachrichtenagentur AFP.

Etwa 60 Prozent der Stadt Deir Essor sind noch in der Hand des IS. Auch die umgebende Provinz ist noch in weiten Teilen in der Gewalt der Islamisten. Die Extremistengruppe hat inzwischen im Irak und in Syrien jedoch den Großteil der Gebiete verloren, die sie im Sommer 2014 erobert hatte.