Kurdenreferendum und Syrien: Erdogan und Putin demonstrieren Einigkeit

Drei Tage nach dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum in der kurdischen Autonomieregion im Nordirak haben der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin bei einem Treffen in Ankara Einigkeit demonstriert. Erdogan betonte, die Abstimmung habe “überhaupt keine Legitimität”. Er kündigte nicht näher benannte Maßnahmen gegen die kurdische Führung an. Zuvor hatte er auch militärische Schritte nicht ausgeschlossen. “In dieser schwierigen Zeit nach dem Referendum müssen wir die irakisch-kurdische Regionalregierung davon abhalten, größere Fehler zu begehen”, so Erdogan bei einer Pressekonferenz. “Es ist sehr wichtig, dass die internationale Gemeinschaft sich dazu bekennt, die territoriale Integrität und politische Einheit des Iraks zu unterstützen”

Putin verwies auf die Haltung seines Außenministeriums, wonach der Irak durch die Abstimmung nicht destabilisiert werden dürfe. Er kündigte zudem an, dass Russland und die Türkei die Zusammenarbeit in Syrien verstärken würden. Es solle vier sogenannte Deeskalationszonen geben. “Faktisch wurden die Voraussetzungen für ein Ende des brüdermörderischen Krieges in Syrien geschaffen”, so Putin, “für die Vernichtung der Terroristen und die Rückkehr der Menschen zu einem friedlichen Leben. Das ist ein zentrales Thema, nicht nur für das syrische Volk, sondern für die ganze Welt.”

Die größte der Schutzzonen soll in der Provinz Idlib entstehen. Die Türkei will Truppen entsenden. Russische und syrische Einheiten fliegen seit Kurzem wieder starke Angriffe auf das Rebellengebiet. Nach Angaben oppositioneller Rettungskräfte wurden dabei in dieser Woche auch mindestens 150 Zivilisten getötet.