Kunstprojekte: „City Leaks“ Festival am Ebertplatz animiert zum Mitmachen

Zum vierten Mal lädt die Veranstaltungsreihe nun schon ein.

Der Ebertplatz hat in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit bekommen, meist fiel das Urteil negativ aus. Polizeirazzien wegen des Drogenverkaufs, unattraktive Passagen, eine von Beton eingefasste Fläche. Auch der Masterplan von Albert Speer attestierte ihm „erhebliche städtebauliche Defizite“, unweigerlich assoziiert man das architektonische Werk aus den 70er Jahren mit „Bausünde“.

Das vierte Kölner Festival für Stadtkunst „City Leaks“ vom 1. bis 24. September will sich in diesem Jahr an der Diskussion und an der Praxis zur Gestaltung dieses Raumes beteiligen, Anwohner und Passanten mit ins Boot holen, eigene Ideen entwickeln. Das Festival, das alle zwei Jahre in einem anderen Veedel seinen Schwerpunkt hat, setzt in diesem Jahr seine Festival-Zentrale mitten auf den Ebertplatz.

„Der Ebertplatz ist sehr symbolträchtig“

Auch die angrenzenden Veedel, Eigelstein und Agnesviertel, sollen mit einbezogen werden. „Der Ebertplatz ist sehr symbolträchtig. Wir wollen das Thema nicht nur der Stadtpolitik überlassen“, erzählt Festivalleiterin Iren Tonoian.

„Es gibt hier schon viele Akteure, die sich für mehr Kultur und Vielfalt einsetzen: In den Passagen am Platz sind die afrikanische Community mit ihrem Restaurant und Partys, außerdem sind hier mehrere Galerien ansässig. Wir hoffen, dass die Anwohner auch beim Festival mitmachen.“

Workshops mit Künstlern, Führungen durch die Stadt, Diskussionen zur Stadtgestaltung in der City Leaks Akademie“, Performances und Ausstellungen in Galerien bilden das Programm. „Sharing Cities“ lautet das Motto, es geht um Themen wie Nachhaltigkeit, Mitgestaltung der Stadt, gemeinsames Nutzen von Einrichtungen, die man teilen kann, wie Werkstätten oder Gärten.

Wie in den letzten Jahren werden auch große Häuserwände von Künstlern bemalt, die großformatigen Bilder nennen sich „Murals“. Dafür fragen die Organisatoren bei Hausbesitzern an, ob diese ihre Wände zur Bemalung freigeben. Über 50 Wände mit unterschiedlichsten Motiven von abstrakt bis politisch sind es seit dem ersten Festival 2011 im Kölner Stadtgebiet geworden. Den malenden Künstlern kann man während der Festivalzeit bei ihrer Arbeit zuschauen kommen.

Mobile Architektur auf dem Ebertplatz

Während des Urban-Art-Festivals steht auf dem Ebertplatz eine „mobile Architektur“, entworfen von einem Architektenkollektiv: eine Bühne über dem Beet, viele Sitzgelegenheiten rund um den stillgelegten Göddertz-Brunnen, ein „Prozessraum“ mit Platz für Austausch und Diskussionen, außerdem werden kleine Gärten aufgebaut.

Das afrikanische Bistro in der Passage ist die offizielle Festival-Gastronomie. In einem Pavillon wird das Festival fortlaufend dokumentiert mit Fotos, Künstler-Interviews und Videos. Bei schlechtem Wetter darf das bewegliche Mobiliar in die Unterführung am U-Bahn-Eingang ziehen. „Auf dem Platz ist fast täglich Programm, man kann auch einfach vorbeikommen“, lädt Iren Tonoian ein. Für viele Sitzgelegenheiten auf dem Ebertplatz ist gesorgt.

Ausgewählte Tipps aus dem Festivalprogramm

2. September ab 16 Uhr: Große Eröffnung des Festivals mit Livemusik vom Eigelstein über den Ebertplatz bis zum Sudermannplatz. Es spielen Bands, DJs und Straßenmusiker. Anschließend wird im Club King Georg weitergefeiert.

4.-10. September: Entstehung eines „Murals“. Der Künstler El Marian gestaltet eine Häuserwand am Ursulaplatz 10.

8. September, 19 Uhr: Vernissagen der vier Galerien in der Ebertplatz-Passage: Tiefgarage, Gold + Beton, Labor und Bruch&Dallas.

9. September, 14 Uhr: öffentlicher Workshop zur Bürgerbeteiligung bei der Gestaltung der Stadt im Festivalzentrum auf dem Ebertplatz.

15. September, 17 Uhr: Graffiti-Fahrradtour von Nippes bis Hansaring. Die Tour zeigt Arbeiten verschiedener Künstler und führt vorbei an der Nippeser Bahntrasse und an der Alten Feuerwache. Treffpunkt mit eigenem Fahrrad an der Neusser Straße 450 vor dem Bezirksrathaus Nippes, Kosten: 7,50 Euro.

17. September, 10-17 Uhr: City Leaks Fair, ein Markt auf dem Ebertplatz mit Repair Café, Tauschbörse, Kurzvorträge von Initiativen für nachhaltige Technologie und Design.

Das gesamte Programm steht im Internet unter

www.cityleaks-festival.de...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta