Kunst: Armin Mueller-Stahl: "Beim Malen kann ich fliegen"

Der Schauspieler Armin Mueller-Stahl

Mit kräftigem Blau hebt sich das Gesicht von dem grauen Hintergrund ab. Aber darin sind keine Gesichtszüge. "Selbstbildnis mit Hut" heißt das Werk, vor dem der Schöpfer selber steht: Armin Mueller-Stahl. Soll uns das Porträt ohne Gesicht etwas sagen? Müssen wir uns Sorgen machen?

Nein, schmunzelt der Mann: "Ich habe jetzt auch keins." Wer weiß, ob nicht irgendwer das Bild einfach so betitelt hat. Vielleicht habe er ja an etwas ganz anderes gedacht. Aber da protestiert Frank-Thomas Gaulin vom Kunsthaus Lübeck, "mein Eckermann", wie ihn der Schauspieler goethisch nennt: "Es ist seine Statur, sein Hut."

Eine Leidenschaft, die erst mal aus Langeweile stand

Armin Mueller-Stahl ist mal wieder in Berlin. Das kommt nicht mehr so häufig vor. Meist pendelt er zwischen Pacific Palisades in Kalifornien und seinem Anwesen bei Lübeck. 86 Jahre ist er inzwischen alt. Das besagte Gesicht ist etwas schmaler geworden. Aber auf 86 würde man ihn nie schätzen. Aufrecht und aufgeweckt wie eh und je steht er da. Stahlblau wie immer blitzen seine Augen. Der Mann schwitzt nicht mal, obwohl er Hemd und Jackett trägt, die Räumlichkeiten überhitzt sind und ein Gewitter sich mit drückender Schwüle ankündigt. Allen läuft das Wasser. Mueller-Stahl knöpft nicht mal das Jackett auf.

Bild Nr. 1:
In kräftigem Blau: „An einem Herbstmorgen in Berlin“ von 2016 Armin Mueller-Stahl

Der Star ist hier, um sein zweites, nein, drittes Talent zu präsentieren. Nach der Schauspielerei, für die ihn alle kennen und verehren. Und nach dem Geigenspiel, das er ursprünglich erlernt hat. Das Malen war zunächst eher Zeitvertr...

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