Kunden von Internet-Versandhaus Otto können künftig über Paydirekt zahlen

Im Kampf mit dem US-Rivalen Paypal hat der deutsche Bezahldienst Paydirekt einen großen Kunden gewonnen: Käufer des Online-Händlers Otto können künftig den Bezahldienst der deutschen Banken, genossenschaftlichen Institute und Sparkassen nutzen, wie die Otto Group und Paydirekt am Mittwoch mitteilten. Die Bezahloption wird demnach Kunden des Onlineshops Otto.de bis zum Jahresende zur Verfügung stehen.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochsausgabe) soll Paydirekt allerdings allein für die Integration der eigenen Bezahlplattform ins IT-System von Otto.de etwa zehn Millionen Euro überweisen. Branchenkenner verblüffe diese Zahl: "Bei vergleichbaren IT-Projekten kommt man normalerweise mit einem Budget von maximal 100.000 Euro aus", zitierte das Blatt einen Payment-Manager.

Paydirekt war im November 2015 gestartet. Im Gegensatz zum US-Bezahldienst Paypal wird der Zahlungsablauf bei Paydirekt ohne Zwischenstation direkt zwischen der Bank und dem Händler abgewickelt. Das Kreditinstitut prüft, ob der Kunde zahlungsfähig ist, und schickt dem Händler eine Bestätigung. Händler können sich dadurch mehr Sicherheit versprechen.

Der Direktor Konzernfinanzen der Otto Group, Boris Jendruschewitz, verwies darauf, dass Paydirekt nicht nur "höchste Sicherheitsstandards" biete, sondern auch die Möglichkeit, Online-Käufe "schnell und sehr einfach" zu bezahlen. "Diese Anforderungen spielen im Online-Handel eine wesentliche Rolle."

Der Geschäftsführer der Paydirekt GmbH, Niklas Bartelt erklärte, mit der Otto Group erweitere der deutsche Bezahldienst seine Händlerbasis "um einen der größten deutschen E-Commerce-Player". Zugleich werde auch die Attraktivität von Paydirekt als Bezahlverfahren gesteigert.