Kunde attackiert Edeka wegen Zusammenarbeit mit Essener Tafel

Von den No-Names gibt es keine Fotos in den Agenturen, kann ich mich da bei Facebook bzw. Twitter bedienen

Mit dem kontroversen Beschluss, nur noch deutsche Staatsangehörige als Neukunden aufzunehmen, zog der Chef der Essener Tafel viel Kritik auf sich. Der Lebensmittelkonzern Edeka, der die gemeinnützige Organisation beliefert, muss sich für seine Kooperation nun rechtfertigen.

Auch noch zwei Wochen nach der Ankündigung von Jörg Sartor, keine Ausländer mehr versorgen zu wollen, sorgt seine Entscheidung für Unmut. Doch diesmal trifft die Kritik nicht den Chef der Essener Tafel selbst. Auf Facebook hatte ein User den Lebensmittelhändler Edeka scharf kritisiert. Denn der Konzern arbeitet, wie auch andere Supermärkte, mit der Essener Tafel zusammen und beliefert die Ausgabestelle unter anderem mit Nahrungsmitteln.

Auf der Edeka-Facebook fragte der Kunde: “Seit mehr als einer Woche Ausgrenzung und Rassismus bei der Tafel Essen. Wann äußern Sie sich endlich zur Sache? Wie wollen Sie gegenüber Ihren Mitarbeitern mit Migrationshintergrund rechtfertigen dass Sie mit einer solchen Organisation zusammenarbeiten?”

Edeka reagierte via Facebook auf die kritische Nachfrage. In einem Kommentar teilte das Unternehmen mit: “Vielen Dank für deine Nachricht. Edeka lehnt jede Form der Diskriminierung, z.B. hinsichtlich Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung entschieden ab. Wir haben deinen Hinweis an den zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet. Viele Grüße.”

So richtig beantwortet hat das Unternehmen die Frage des Kunden allerdings nicht. Denn Edeka hat sich in seinem Kommentar nicht zur Essener Tafel geäußert.

Unbekannte beschmierten die Türen der Essener Tafel mit Symbolen und Parolen. (Bild: AP Photo)

Ranghohe Politiker zweifeln die Entscheidung ebenfalls an

Doch das holte der Konzern inzwischen nach. Gegenüber der “Huffington Post” teilte ein Sprecher bezüglich der Essener Tafel mit, dass man hoffe, dass die “Organisation intern alle Anstrengungen unternehmen wird, um möglichst bald wieder ein offenes Angebot zu schaffen.”

Etliche Politiker hatten sich über die Entscheidung des Essener-Tafel-Chefs kritisch geäußert. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, solche “Kategorisierungen” seien “nicht gut”. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte sich zu der Sache: Es dürfe keine Konkurrenz der Bedürftigen geben.