Kulturerbe-Zerstörer zu enormer Geldstrafe verurteilt

Kulturerbe-Zerstörer zu enormer Geldstrafe verurteilt

Amad al-Faqi al-Mahdi hat seinen Anhängern im Jahr 2012 befohlen, heilige Stätten in Timbuktu zu zerstören. Nun wurde der mittellose Islamist dafür vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu einer Geldstrafe von 2,7 Millionen Euro.

Die Begründung der Justiz, die sich erstmals über die Zerstörung  von Weltkulturerbe beschäftigt hat: “Die Zerstörung des internationalen Kulturerbes trägt eine Botschaft von Terror und Hilflosigkeit. Es vernichtet einen Teil des gemeinsamen Gedächtnisses, des kollektiven Bewusstseins der Menschheit und verhindert die Weitergabe vieler Werte an künftigen Generationen.”

Timbuktu zählt seit 1988 zum UNESCO-Welterbe. Vor einigen Jahrhunderten war die in der Wüste Malis gelegene Stadt ein intellektuelles und spirituelles Zentrum Afrikas. Drei Moscheen und 16 Mausoleen zeugen von dieser Blütezeit. Jedoch griffen Islamisten 14 der Mausoleen gezielt an.

Drahtzieher al-Mahdi wurde bereits im September 2016 zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Nun kommt die Verurteilung auf Schadenersatz hinzu. Da al-Mahdi jedoch kein Millionär ist, ermutigte der Internationale Strafgerichtshof den von seinen Mitgliedstaaten unterhaltenen Treuhandfonds für Opfer (TFV), eine entsprechende Zahlung zum Wiederaufbau von Kulturstätten zu leisten.

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