Kulturdezernentin unter Druck: Schlechte Stimmung vor Pressekonferenz zur Kölner Oper

Heute will die Stadt über den Fortgang der Sanierung berichten.

Wenn Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach am Montag vor die Presse tritt, um sich zur weiteren Sanierung der Oper und des Schauspielhauses zu äußern, liegt eine Woche hinter ihr, die das in ihrem Verantwortungsbereich herrschende Chaos offen gelegt hat.

Neben ihr wird Oberbürgermeisterin Henriette Reker stehen, die von der Kulturverwaltung regelrecht vorgeführt wurde. In einer Pressemitteilung nämlich teilte die Stadtverwaltung am vergangenen Dienstag mit, dass die Oberbürgermeisterin den Startschuss für die Sanierung und Neugestaltung des Römisch-Germanischen Museums (RGM) am Roncalliplatz gegeben habe.

Reker reagierte ungewohnt scharf – Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach tauchte ab

Tatsächlich stellte sich aber heraus, dass es noch lange nicht losgehen wird – weil erst nach dem Auszug des Museums zum Jahresende überhaupt mit der Planung begonnen werden soll. Alleine das soll insgesamt vier Jahre dauern, weshalb das gesamte Vorhaben statt der bislang angedachten drei Jahre nun mehr als sechs Jahre in Anspruch nehmen soll. Ein Umstand, der selbst Museumsdirektor Marcus Trier nicht bekannt war, obwohl es sich um sein eigenes Haus handelt. Das Kulturdezernat und das zugehörige Referat Kulturbauten habe die Oberbürgermeisterin ungewarnt in die Falle laufen lassen, heißt es in der Verwaltung.

Reker reagierte wohl auch aus diesem Grund ungewohnt scharf. Es sei ihr völlig unerträglich, dass die Verwaltung die Planung nicht früher vorangetrieben habe – und es sei unverständlich, dass nicht vorausschauend geplant werde. Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach tauchte ab, auch auf Gesprächsanfragen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ zur RGM-Sanierung reagierte sie bis heute nicht.

Laugwitz-Aulbach und ihr Team stehen unter einem enormen Druck

Neben der Oberbürgermeisterin zeigen sich auch die Ratspolitiker verärgert. Fraktionsübergreifend wird offen angezweifelt, dass die Kulturverwaltung den Baubereich im Griff hat. Die Organisationsstruktur wird hinterfragt. Auch die Diskussion um personelle Konsequenzen ist entbrannt. Laugwitz-Aulbach und ihr Team stehen unter einem enormen Druck.

Dass die städtischen Bühnen, die der Kulturdezernentin unterstehen, zudem kurz vor einer lange angekündigten Pressekonferenz schriftlich veröffentlicht haben, was der Weiterbau der Oper kosten und wie lange das dauern wird, passt ins Bild einer völlig misslungenen Kommunikation – für die in diesem Falle alleine der Kulturbereich verantwortlich sein soll.

Gleichzeitig erinnern sich die Ratspolitiker angesichts von Kosten in Höhe von bis zu 570 Millionen Euro und einer Fertigstellung Ende 2022, dass noch immer niemand die Verantwortung für das Operndesaster übernommen hat....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta