Kultur: Warum Street-Art am besten auf der Straße bleibt

Das Urban Nation Museum in der Bülowstrasse

"Street Art gehört auf die Straße. Die Geschichte jedoch braucht ein Zuhause", sagt Yasha Young. Die Direktorin und Künstlerische Leiterin von Urban Nation, in Lederjacke und löchrige Jeans gekleidet, breitet ihre Vision vom "Museum for Urban Contemporary Art" aus. Seit vier Jahren wird an dem Projekt gearbeitet, am Sonnabend ist Eröffnung.

Seit jeher haben Menschen das Bedürfnis, ihre Geschichten und ihr Schaffen zu bewahren. Doch wie konserviert man die Geschichte einer Szene, die davon lebt, vorübergehend zu sein, und immer in ungefiltertem, nicht selten illegalen Kontakt zur Öffentlichkeit steht? "Wie erzählt man eine Geschichte", fragt Young, "wenn die Meilensteine nicht festgehalten werden?" Die Frage ist rhetorisch gemeint, denn als Antwort möchte sich ihr Museum behaupten. Das Projekt in der Bülowstraße in Schöneberg soll kein klassisches Museum sein. Auch keine elitäre Plattform. Kein Pop-up-Projekt wie "The House", vor dem sich im Frühjahr dieses Jahres Tag für Tag lange Schlange bildeten.

Bunte Kunstwerke im Street-Art-Stil

An einer hohen Wand, die sich über beide Ausstellungsgeschosse des renovierten Gründerzeitgebäudes zieht, hängen in Reih und Glied bunte Kunstwerke im Street-Art-Stil. Auf dem einen das großflächige, in Grautönen gehaltene Gesicht eines Mannes mit geschlossenen Augen. Daneben ein blauer Schleier, der die Konturen eines Gesichtes nachzeichnet, ohne dass eine menschliche Figur zu sehen ist.

Bild Nr. 1:
Auf zwei Ausstellungsgeschossen eines Hauses der Gründerzeit wird Kunst im Street-Art-Stil gezeigt Reto Klar

Yasha Young führt begeistert durch die Ausstellung. Sie strah...

Lesen Sie hier weiter!