Kultur: So war das Konzert von Andreas Gabalier in Berlin

Andreas Gabalier

Der Weg zur Waldbühne ist gesäumt von zerfetztem Laub und zerbrochenen Ästen. Das Konzert in Hamburg war am Tag zuvor wegen akuter Sturmwarnung abgesagt worden. In Berlin hat sich das Wetter wieder beruhigt, nur die Luft ist noch schwül. Viele Besucher schwitzen, sie haben sich für Andreas Gabaliers ausverkauften Berlin-Auftritt dicke Trachten und Dirndl angezogen. Unzählige Frauen tragen knappe Lederhosen.

Diese Art von Traditionsbruch hatte der österreichische Sänger wohl nicht im Sinn, als er sich vor zwei Jahren in einem Interview über unsere "genderverseuchte Zeit" echauffierte. Der 32-Jährige ist ein Freund traditioneller Geschlechterrollen, er liebt "fesche Madln" und "liabe Rehlein". Sich selbst nennt er "Volks-Rock 'n' Roller", seine Mischung aus Schlager, Rock, Austro-Pop und Volksmusik, hat ihm aber auch den hartnäckigen Spitznamen "Alpen-Elvis" eingebracht.

Als Gabalier um viertel nach Acht die Bühne betritt, wirkt er eher wie ein Alpen-Rambo: Die Wildlederhose kombiniert er mit dunkler Sonnenbrille und militärisch wirkender schwarzer Weste, aus der seine massiven Oberarme nackt hervorragen. Mit einer Hand am Ohr tigert er über die rot-weiß-karierte Bühne, eine Geste, die er sich wohl bei Wrestling-Legende Hulk Hogan abgeguckt hat. Nicht nur seine rasierten Achseln weisen daraufhin, dass Gabalier der Bodybuilder unter den Schlagersängern ist.

Begleitet wird er von einer Bläsergruppe, zwei Sängerinnen und drei Gitarristen

Er posiert, springt, tänzelt und legt auch scho...

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