Kultur: Neue Volksbühne hat jetzt noch mehr Ärger vor dem Start

der "Ost"-Schriftzug fehlt, und an das Räuberrad erinnert nur noch ein Kreuz: Die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Als Neuintendant Chris Dercon im Mai sein mit Spannung und vielen Ängsten erwartetes Programm für die Volksbühne vorstellte, saß auch die Journalistin und Kulturwissenschaftlerin Mercedes Bunz mit auf dem Podium. Sie äußerte sich über die Möglichkeiten des Theaters, auch über die sozialen Netzwerke auf sich aufmerksam zu machen. Man müsse "das Internet als künstlerische Plattform ernst nehmen", sagte sie, und man müsse vor allem "mutiger sein".

Wie man sich das konkret vorzustellen hat, konnte man in dieser Woche staunend auf den Plattformen von Facebook, Twitter und Instagram erleben – und zugleich nachvollziehen, wie viel Skepsis dem neuen Team der Volksbühne immer noch entgegenschlägt. Zugleich ist die Aufregung auf der digitalen Bühne auch ein Lehrstück darüber, wie man einen Neustart nach allen Regeln der Kunst verstolpern kann.

"Mischung aus Dämlichkeit und Größenwahn"

Es begann schon damit, dass die alten Accounts der Volksbühne einfach bruchlos übernommen und von "Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz" in "Volksbühne Berlin" umbenannt wurden. Einen Account weiterzuführen, ist nicht so ungewöhnlich und auch an anderen Theatern bereits geschehen. Die unkommentierte Tilgung von Rosa Luxemburg aus dem Namen – übrigens auch schon auf den im Mai verteilten Programmheften sichtbar – zielt dagegen direkt ins Zentrum der Ängste, die seit der Ernennung Dercons zum Intendanten immer wieder artikuliert wurden: Die Volksbühne könne als identitätsstiftender Ort verloren gehen und ihr ein...

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