Kultur: Berliner Regisseur Jan Speckenbach beim Filmfest von Locarno

Der Berliner Regisseur Jan Speckenbach zeigt seinen Film "Freiheit" beim Filmfestival von Locarno

Es ist die Ruhe vor dem Sturm an diesem Vormittag in einem Straßencafé am Wasserturm. Jan Speckenbach hat nur noch wenig Zeit, bevor er zum Filmfest nach Locarno fliegt, das am heutigen Mittwoch beginnt und wo sein Spielfilm "Freiheit" am Donnerstag im Wettbewerb läuft. Eine große Ehre für jeden Regisseur, zumal wenn es erst der zweite Spielfilm ist. Doch von Aufregung ist noch keine Spur bei dem 47-Jährigen.

In "Freiheit" beschließt Nora (Johanna Wokalek), ihren Mann und die beiden Kinder zu verlassen, und verschwindet aus ihrem gesicherten Berliner Leben. Eine faktische Erklärung für ihr Verhalten gibt Speckenbach nicht und spielt so mit der Verunsicherung der Zuschauer. Bereits sein Regiedebüt "Die Vermissten", das 2012 in der Per­spektive Deutsches Kino der Berlinale lief, handelte vom Verschwinden. Ein Thema, das ihn umtreibt. "Es hat viel mit der heutigen Gesellschaft zu tun, das ständige Selbstoptimieren, aber auch die Leere, die viele von uns spüren. Die einen ballern sich mit Psychopharmaka zu, andere wagen den Ausstieg."

"Ich genieße aber auch die Freiheit, die ich am Theater habe"

1970 in Münster geboren, studierte Speckenbach zunächst Kunstgeschichte, Philosophie und Medienkunst, arbeitete dann als Videokünstler für Theaterproduktionen bei Castorf und Peymann. Schließlich studierte er ab 2003 Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Sein Kurzfilm "Gestern in Eden" lief in Cannes, "Spatzen" war auf der Oscar-Shortlist. Nach seinem Langfilmdebüt dauerte...

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