Kultur in Berlin: Neue Kunstmesse "Art Berlin": Kooperation statt Konkurrenz

Besucher vor der Installation „Closet Nr.16“ von Kenny Scharf in der Station, dort wird auch die neue Kunstmesse stattfinden.

Maike Cruse sitzt mit ihrem Büro in einer großzügigen Altbauwohnung mittendrin im Kunsttrubel. In die Potsdamer Straße geht man, wenn man sehen möchte, wie Berlins Galerienszene läuft. Hier gibt es gerade einen enormen Zuzug an Kunst. In Cafés und Restaurants rund um die ehemalige Tagesspiegel-Druckerei trifft man auf eine bunte Mischung aus Künstlern, Galeristen und Kunstkritikern.

Konzentriert arbeitet das Team um Maike Cruse an einem weißen, großen Tisch – viel Zeit ist nicht mehr. Am 14. September geht Berlins neue Kunstmesse mit dem schlichten Namen "Art Berlin" an den Start. Sieben Jahre nach dem Aus des Art Forums. In dieser Septemberwoche fand bislang die abc (art berlin contemporary) statt. Ein Zwitter, der zwischen kuratierter Ausstellung und kleinem Messeformat schwankte. Am Ende schwächelt die abc, im vergangenen Jahr war das nicht mehr zu übersehen.

Maike Cruse, Chefin von abc, leitet das Gallery Weekend, und ist auch Direktorin der Art Berlin. Die Messe gehört allerdings unter das Dach der mächtigen Kölner Messe, die die etablierte Art Cologne unterhält. Das heißt, Berlin hängt finanziell komplett am Kölner Tropf.

Reichlich blamabel für die Hauptstadt, die oft genug mit den jungen Berliner Künstlern ihr kreatives Image aufpeppt. Bis zuletzt konnte sich der Berliner Senat zu keiner ausreichenden Unterstützung durchringen, obwohl die abc das Aushängeschild der herbstlichen Art Week war.

Die Idee für die neue Art Berlin kam aus Köln. Die Kölner um Daniel Hug, Direktor ...

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