Kubicki: Vielen Impfpflichtbefürwortern scheint es um Rache zu gehen

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BERLIN (dpa-AFX) - Der FDP-Politiker Wolfang Kubicki hat viele Befürworter einer Corona-Impfpflicht scharf kritisiert und ihnen Rache an Ungeimpften als Motiv unterstellt. "Ich bin entsetzt über das jakobinerhafte Verhalten vieler in diesem Land, deren Freude an 2G und Impfpflicht ja nicht mehr rational ist", sagte der Bundestagsvizepräsident "Zeit Online". "Vielen Impfpflichtbefürwortern scheint es um Rache und Vergeltung zu gehen." Auf die Nachfrage "Rache an wem?" erwiderte Kubicki: "An den Ungeimpften, weil man glaubt, in ihnen die Verantwortlichen für unsere derzeitige Misere ausgemacht zu haben, was natürlich völliger Unsinn ist."

Über eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona soll der Bundestag voraussichtlich im kommenden Jahr in freier Abstimmung ohne Fraktionsdisziplin entscheiden. Unter anderen hatte sich Bundeskanzler Olaf Scholz für eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen, aber auch FDP-Parteichef Christian Lindner geht nach eigener Aussage in diese Richtung.

Kubicki und weitere FDP-Abgeordnete hatten sich dagegen zuletzt in einem Antragsentwurf klar gegen eine solche Pflicht ausgesprochen. Mittlerweile seien mehr als 30 Parlamentarier beteiligt, sagte Kubicki in dem Interview. "Ich bin gegen eine allgemeine Impfpflicht, weil es meinem ganzen Menschenbild widerspricht. Und weil wir mittlerweile die Gewissheit haben, dass auch Geimpfte ansteckend sind", sagte er. "Für mich wäre 1G der bessere Weg. Also dass wirklich alle, die beispielsweise in ein Krankenhaus oder ein Pflegeheim kommen, getestet sein müssen."

Mit Blick auf Lindners Positionierung sagte Kubicki: "Das schmerzt mich gar nicht. Weil ich glaube, dass das eine individuelle Entscheidung ist und Christian Lindner und ich bei gleicher Datenlage auch zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen können."

Bereits beschlossen hat das Parlament, dass Beschäftigte in Einrichtungen mit besonders schutzbedürftigen Menschen wie Pflegeheimen und Kliniken bis Mitte März 2022 nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Kubicki hatte zugestimmt - dies sei ihm so schwergefallen wie noch nie im Bundestag, sagte er nun. Er habe aber deutlich gemacht: "Damit ist für mich die Grenze des Zumutbaren, was die Impfpflicht angeht, erreicht."

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