Kubanischer Dissident Guillermo Fariñas erneut festgenommen

Guillermo Fariñas in Brüssel im Oktober 2016

Der prominente kubanische Dissident und Sacharow-Preisträger Guillermo Fariñas ist erneut festgenommen worden. Ihr Sohn sei am Dienstag beim Verlassen seines Hauses in Santa Clara festgenommen worden und befinde sich seitdem in Polizeigewahrsam, sagte seine Mutter Alicia Hernández am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Was ihm vorgeworfen werde, sei bisher nicht bekannt.

Nach Angaben seiner Mutter wollte der 53-jährige Bürgerrechtler zu "einer EU-Botschaft in Havanna", um ein Visum zu beantragen. Berichten oppositioneller Medien zufolge wollte er Mitte Februar nach Spanien und Belgien reisen.

Fariñas hat Jahre im Gefängnis verbracht und mit rund 30 Hungerstreiks die Freilassung von dutzenden politischen Gefangenen erreicht. Dafür erhielt er im Jahr 2010 den Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europaparlaments, den er aber erst mit zweieinhalbjähriger Verspätung entgegennehmen konnte, weil er keine Ausreisegenehmigung bekam.

Alicia Hernández äußerte sich besorgt über die erneute Festnahme: "Äußerlich scheint es ihm gut zu gehen, doch er ist krank, er leidet unter zahlreichen Spätfolgen seiner Proteste", sagte sie. Nach ihren Angaben leidet er unter anderem an Asthma und Epilepsie und musste sich mehreren Operationen unterziehen.

Die kubanischer Regierung bestreitet die Existenz politischer Häftlinge im Land. Sie betrachtet sie als illegale Opposition, die von Washington finanziert wird.