Kuba kritisiert Teilabzug amerikanischer Diplomaten

Die kubanische Regierung hat den Teilabzug des Botschaftspersonals der USA auf der Insel kritisiert. Die Entscheidung, mehr als die Hälfte der Mitarbeiter wegen deren mysteriösen Ohrerkrankungen zurückzurufen, sei überstürzt und werde die bilateralen Beziehungen beeinflussen, so die für die US-Beziehungen zuständige Diplomatin im kubanischen Außenministerium, Josefina Vidal. Sie betonte, Kuba sei willens, die Zusammenarbeit der Behörden aus beiden Ländern weiter aktiv voranzutreiben, um die Vorfälle vollständig aufzuklären. Dafür brauche es unbedingt die Beteiligung der US-Behörden.

Die US-Regierung wirft Kuba vor, das Botschaftspersonal nicht ausreichend vor den vermutlichen Angriffen geschützt zu haben. “Sie werden sehen, was in Kuba passiert”, so US-Präsident Donald Trump. “Sie haben schlimme Dinge in Kuba getan”, sagte er, ohne zu erklären, wen er damit meint.

Für die unter Trumps Vorgänger Barack Obama nach jahrzehntelanger Eiszeit wieder aufgenommenen diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Kuba sind die Vorfälle ein schwerer Rückfall. Washington gab auch eine Reisewarnung an seine Bürger aus. Die Botschaft läuft im Notbetrieb und ist nur noch für US-Bürger geöffnet. Die diplomatischen Beziehungen zu Kuba wolle man jedoch beibehalten.

Mindestens 21 Botschaftsmitarbeiter haben aus bisher nicht bekannten Gründen in den vergangenen Monaten schwere gesundheitliche Probleme wie Gehörverlust, Schlafstörungen oder Schwindel erlitten. Die Angriffe trafen die US-Diplomaten laut Außenministerium in deren Häusern oder Hotels. Touristen sind davon bisher nicht betroffen.