Kroos: "Der FC Bayern hat zwei Gesichter"

Holger Luhmann
Toni Kroos gehört als einziger Deutscher zur FIFA Weltelf 2017

Immerhin fünf Mal bekam Toni Kroos die Höchstpunktzahl.

Gut, in Bundestrainer Joachim Löw, Manuel Neuer und Griechenlands Nationalcoach Michael Skibbe stimmten drei Deutsche für Kroos als Weltfußballer. Aber auch Luxemburgs Kapitän Mario Mutsch und Norwegens Trainer Per Hansen sahen in Kroos den besten Spieler der vergangenen Saison.

An Neymar, Lionel Messi und insbesondere Cristiano Ronaldo kam Kroos aber auch in diesem Jahr trotzdem nicht vorbei. Doch immerhin schaffte es der 27-Jährige in die Weltelf. Seine unaufgeregte, effektive Spielweise im Mittelfeld wird nicht nur bei Real Madrid und dem DFB-Team geschätzt, sondern weltweit.

Bester Deutscher Spieler

Als bester deutscher Spieler belegte Kroos Platz sieben. Er erhielt 2,7 Prozent aller abgegebenen Stimmen und wurde in die FIFA-Elf des Jahres gewählt. Als einziger Spieler aus dem Land des amtierenden Weltmeisters.


Für Kroos aber kein Zeichen mangelnder deutscher Qualität.

Nach der Gala sprach Kroos im mondänen Palladium Theatre von London mit SPORT1 und wenigen weiteren deutschen Journalisten über die Wahl, den erneuten Weltfußballer Ronaldo, aber auch über ein deutsches Problem und den FC Bayern mit Trainer-Rückkehrer Jupp Heynckes.

Toni Kroos über...

Cristiano Ronaldo: Er arbeitet wirklich unglaublich professionell und hart. Der Erfolg kommt dann gepaart mit der Qualität, die er hat. Mit der Qualität und diesem unglaublichen Willen hat er uns ab dem Achtel-, Viertelfinale letzte Saison wieder mal zum Titel in der Champions League geschossen. Er hat die erneute Auszeichnung zum Weltfußballer absolut verdient.

seine eigene Nominierung in der Weltelf: Es ist schon eine große Ehre, gerade wenn die Spieler einen wählen und sagen, du gehörst zu den Besten der Welt. Denn sie wissen am besten, wie schwer es manchmal ist, da sie das Spiel nicht vor dem Fernseher verfolgen, sondern selbst auf dem Platz stehen.

Real Madrid: Natürlich hatten wir mit Real wieder ein großartiges Jahr. Wir haben wieder einige bedeutende Trophäen gewonnen mit der Champions League, der spanischen Liga, der Klub-WM und dem internationalen Supercup. Trotzdem ist so ein Award nicht mein Ding. Wir wissen, dass wir gut sind, dafür brauche ich keine Auszeichnung. Wichtiger ist mir, den Fokus schon wieder auf unsere jetzigen Leistungen zu legen.


die Tatsache, der einzige Deutsche in der Weltelf zu sein: Es liegt sicher nicht an der Qualität, weil wir tolle deutsche Spieler haben, ohne Frage. Vielleicht ist ein Grund, dass die deutschen Vereine auf internationalem Parkett diesmal nicht ganz vorne dabei waren. Aber das kann sich jedes Jahr auch wieder ändern. Ich sehe da jetzt keinen negativen Trend.

die Entwicklung beim FC Bayern und Rückkehrer Heynckes: Jeder weiß, dass ich mit Jupp Heynckes ein gutes Verhältnis habe und ihm natürlich zutraue, wieder frischen Wind reinzubringen - was man ja schon sieht und was ihm schon gelungen ist. Was ich Bayern allgemein zutraue, ist schwer zu sagen. Man hat bislang irgendwie so ein bisschen zwei Gesichter dieses Jahr gesehen, aber wenn sie ihr gutes Gesicht zeigen, sind sie natürlich nach wie vor top.