Kritik an Wohnungsbauleitstelle: Die Linke fordert eine „Task-Force“

Die Partei bekräftigt damit die Kritik des Haus- und Grundbesitzervereins.

Die Linke-Fraktion im Stadtrat hat am Montag die personelle Ausstattung und die fehlende Entscheidungskompetenz der neuen Wohnungsbauleitstelle der Stadt kritisiert.

Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete, soll die Leitstelle den Wohnungsbau in Köln beschleunigen, verfügt aber lediglich über zwei Mitarbeiter und ist gegenüber anderen Ämtern nicht weisungsbefugt. Auf dem Weg zu einer Baugenehmigung sind bis zu 20 Ämter beteiligt.

Der Mieterverein sowie der Haus- und Grundbesitzerverein schätzen die Wohnungsbauleitstelle – die unter anderem für schnellere Baugenehmigungen sorgen soll – aufgrund des begrenzten Personals und des Mangels an Autorität als weitgehend wirkungslos ein.

Stadt soll an Erfahrungen bei Flüchtlingsunterbringung anknüpfen

„Wir halten Kritik des Mietervereins für völlig richtig, dass die Wohnungsbauleitstelle viel zu schwach besetzt ist und zu wenige Handlungsvollmachten hat“, sagt Linke-Fraktionschef Jörg Detjen. Die Erfahrungen bei der Unterbringung der Flüchtlinge hätten gezeigt, dass sich in dem Moment etwas zum Positiven verändert habe, als die Verwaltung alle Entscheidungsträger in einer Task-Force zusammenführte.

An diese Erfahrung solle die Stadt jetzt anknüpfen. „Wir müssen die Wohnungsbauleitstelle mit mehr Personal ausstatten und zu einer Task-Force ausbauen, die die Arbeit aller zuständigen Ämter bündelt“, sagt Detjen. Köln benötige eine klare Zielmarke für den Wohnungsbau. Die Task-Force müsse bei der Oberbürgermeisterin angesiedelt werden. Die neue Wohnungsbauleitstelle untersteht hingegen dem Baudezernat.

„Köln braucht an der Spitze des Baudezernates zudem einen Fachmenschen, der den Bau von bezahlbaren Wohnungen als seine Kernaufgabe versteht“, so Detjen. Derzeit sei zu viel Personal im Baudezernat in Prestigeprojekten und einer Inflation von Architektenwettbewerben gebunden. Das könne sich Köln nicht mehr leisten. Baudezernent Franz-Josef Höing wird Köln im Herbst verlassen und nach Hamburg wechseln.

Köln benötigt 6000 bis 7000 neue Wohnungen pro Jahr

Köln soll bis 2029 etwa 1,16 Millionen Einwohner haben und benötigt aufgrund des prognostizierten Bevölkerungswachstums 6000 bis 7000 neue Wohnungen pro Jahr – eine Marke, die bei weitem nicht erreicht wird. So waren es 2016 tatsächlich nur 2400.

Im selben Jahr wurden lediglich 900 öffentlich geförderte Wohnungen bewilligt, obwohl jeder zweite Kölner einen Anspruch darauf hätte....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta