Kritik von Sandra Bullock und Cate Blanchett: Große Mehrheit der Filmkritiker ist männlich

Victoria Timm
Freie Autorin für Yahoo Kino
Sind aktuell in der Krimikomödie „Ocean’s Eight“ zu sehen: Sandra Bullock und Cate Blanchett. (Bild: AP Photos)

Unlängst kam eine Studie zu dem Ergebnis, dass fast 80 Prozent aller Filmkritiker männlich sind. Die beiden Schauspielerinnen Sandra Bullock und Cate Blanchett kritisieren dieses Ungleichgewicht – und fordern eine größere Diversität, wenn es um die Bewertung von Filmen geht.

Es ist eine Studie von enormem Ausmaß: Forscher der University of Southern California haben im Rahmen der Initiative „Annenberg Inclusion“ fast 20.000 Filmrezensionen ausgewertet, die im vergangenen Jahr auf der Aggregationsseite „Rotten Tomatoes“ veröffentlicht worden sind. Dabei ging es lediglich um jene 100 Filme, die 2017 die besten Einspielergebnisse erzielt haben. Das Ergebnis der Untersuchung: 77,8 Prozent der Rezensenten waren Männer, 22,2 Prozent waren Frauen.

Sandra Bullock und Cate Blanchett, die aktuell in einem weiblichen Remake der Gangsterkomödie „Ocean’s Eleven“ mit dem Namen „Ocean’s Eight“ zu sehen sind, haben sich gegenüber der Press Association kritisch zu diesem Ungleichgewicht unter Filmkritikern geäußert. Sie fordern ein generelles Umdenken. Bullock: „Es wäre nett, wenn Rezensenten abbilden, für welche Zielgruppe der Film gedacht ist. Kinder sollten also Kinderfilme rezensieren, nicht ein 60 Jahre alter Mann. Ich glaube, seine Wahrnehmung wäre verzerrt.“


„Unternimm jetzt etwas, um die Repräsentation in allen Branchen zu verbessern – Filmkritik inklusive. Lies die neuesten Berichte von @Inclusionists und strebe nach einer #30302020-Verteilung.“

Laut Cate Blanchett könnten männliche Kritiker einen Film wie „Ocean’s 8“, in dem gleich mehrere Frauen die Hauptrollen besetzen, durch ein „Prisma von Missverständnissen“ betrachten.

Auf die Frage, ob sie den geschlechtsspezifischen Unterschied für ein wichtiges Thema halte, erwiderte Bullock: „Ich weiß nicht, aber ich würde gern mehr Balance im Kritikerpool sehen, sodass die Welt, in der ich und meine Freunde leben, dadurch abgebildet wird.“ Die Schauspielerin fügte hinzu: „Es geht nicht nur um Männer. Ich liebe Männer, ich möchte am Tisch mit Männern sitzen, aber ich möchte auch an den Tisch eingeladen werden, an dem Männer bereits sitzen.“