Kritik nach Sturz-Dramen: Wimbledon-Bosse reagieren

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Kritik nach Sturz-Dramen: Wimbledon-Bosse reagieren
Kritik nach Sturz-Dramen: Wimbledon-Bosse reagieren

Was ist mit dem Rasen von Wimbledon los?

Am Dienstag spielten sich auf dem Centre Court des All England Clubs dramatische Szenen ab - und zwei lebende Legenden waren mittendrin.

Zunächst sprang Roger Federer einem sensationellen Erstrundenaus gerade noch so eben von der Schippe. Der 39 Jahre alte Rekordchampion profitierte dabei allerdings auch von der verletzungsbedingten Aufgabe seines Gegners Adrian Mannarino.

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Federer lag gegen den Franzosen bereits 1:2 in Sätzen zurück, im vierten Satz rutschte Mannarino beim Stand von 4:2 für Federer aus und verletzte sich am Knie. Federer gewann den Satz mit 6:2 und Mannarino musste anschließend aufgeben.

Williams und Mannarino rutschen an gleicher Stelle aus

Nicht einmal eine Stunde später gab es das nächste verletzungsbedingte Aus. Diesmal traf es Serena Williams. Die 39-Jährige rutschte im Spiel gegen Aliaksandra Sasnovich beim Stand von 3:3 ebenfalls aus - an der gleichen Stelle wie Mannarino kurze Zeit zuvor. (Wimbledon 2021: Spielplan und Ergebnisse).

Die 23-malige Grand-Slam-Siegerin ließ sich minutenlang behandeln, kehrte nochmals zurück und verließ wenig später den Court unter Tränen. Es war erst die zweite Erstrunden-Niederlage in ihrer Grand-Slam-Karriere. Besonders tragisch: Williams jagt seit nun schon über vier Jahren den Grand-Slam-Rekord von Margaret Court. Ein Titel fehlt Williams noch, um die Bestmarke einzustellen (Alles Wichtige zum Tennis).

Auch Djokovic und Murray mit Problemen

Kritik am Platz und den Organisatoren? Fehlanzeige. Dabei hätte es durchaus nahegelegen. Denn Mannarino und Williams waren bei weitem nicht die einzigen beiden Spieler mit Problemen gewesen. Auch Novak Djokovic war in seinem Auftaktmatch gegen den Briten Jack Draper mehrmals zu Fall gekommen.

Er könne sich nicht daran erinnern, jemals bei einem Spiel so oft hingefallen zu sein, ließ der Serbe nach dem Spiel verlauten. Andy Murray, erstmals seit 2017 wieder in Wimbledon dabei, erklärte, es sei "sehr rutschig" gewesen. Murray trifft in seinem Zweitrundenmatch am Mittwoch auf den Deutschen Oscar Otte, der sich trotz Regel-Blackouts in einem Marathon-Match gegen den Franzosen Arthur Rinderknech durchsetzte.

Williams-Gegnerin Sasnovich klagte ebenfalls über Beeinträchtigungen. Und auch Federer sagte nach dem Spiel gegen Mannarino, dass man sich auf dem Platz sehr vorsichtig bewegen musste. "Ich glaube, dass es sich unter dem Dach vielleicht ein bisschen rutschiger anfühlt. Ich weiß nicht, ob es nur ein Bauchgefühl ist."

Veranstalter spricht von "zusätzlicher Feuchtigkeit"

Doch wieso ist es auf dem Centre Court so rutschig, wenn das Dach doch geschlossen war? Schließlich soll die Überdachung doch genau das verhindern?

Noch am Abend nach dem Serena-Aus veröffentliche der All England Club ein Statement: "Die Wetterbedingungen an den ersten beiden Tagen waren die nassesten, die wir seit fast einem Jahrzehnt erlebt haben, was dazu führte, dass das Dach auf dem Centre Court und dem Platz Nr. 1 für längere Zeit geschlossen werden musste", schrieb der Veranstalter und schilderte dann die Problematik: "Und das zu einer Zeit, in der die Graspflanze am üppigsten und grünsten ist, was zu zusätzlicher Feuchtigkeit auf der natürlichen Oberfläche führt."

Jeder Rasenplatz werde vor Spielbeginn überprüft und anschließend freigegeben. Doch bei derart feuchten Bedingungen und geschlossenem Dach entsteht eine Art Treibhauseffekt, der dafür sorgt, dass die Oberfläche des Rasens rutschiger als sonst zu sein schien.

"Das Grounds-Team und das Sports Turf Research Institute (STRI) nehmen jeden Morgen Härtemessungen vor, um sicherzustellen, dass die Plätze das richtige Maß an Feuchtigkeit haben und gleichmäßig bespielbar sind", erklärte der Veranstalter und ergänzte: "Mit jedem Match, das gespielt wird, werden sich die Plätze weiter verfestigen."

Federer sieht das ähnlich. "Ich fühle mit vielen Spielern - es ist super wichtig, diese ersten beiden Runden zu überstehen, weil der Rasen rutschiger ist, er ist weicher", erklärte der Schweizer, der auf die Erfahrung von 21 Wimbledon-Teilnahmen zurückblickt: "Mit dem Fortschreiten des Turniers wird der Platz normalerweise härter und es leichter, sich zu bewegen."

Williams und Mannarino dürfte diese Aussicht nicht trösten.

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