Stimmen gegen Russen-Ausschluss bei Olympia immer lauter

Alexander Subkow (links) wurde die Goldmedaille von Sotschi im Vierer-Bob wieder aberkannt

Josef Fendt, deutscher Präsident des Rodel-Weltverbandes FIL, hat sich gegen einen Komplett-Ausschluss Russlands von den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) im Zuge des Staatsdopingskandals ausgesprochen.

Der 70-Jährige bezeichnete es in der Sport Bild (Mittwochausgabe) als "unfair", wenn saubere Sportler kollektiv mitbestraft würden.

"Wir haben sogar zusätzliche, gezielte Kontrollen bei den Russen gemacht. Da gab es keine positiven Fälle. Aus diesem Grund würde ich es nicht richtig finden, das russische Team bei Olympia komplett auszuschließen", sagte Fendt: "Wir gehen davon aus, dass alle Russen im Rodeln sauber waren. Und dann werden sie gesperrt, weil andere Idioten etwas gedreht haben. Das empfinde ich als früherer Aktiver als unfair."

Der Eishockey-Weltverband IIHF stellte sich ebenfalls gegen einen Generalausschluss. "Wir möchten gegenüber dem IOC klar unsere Position zum Ausdruck bringen, dass wir gegen eine kollektive Bestrafung sind, die auf unfaire Weise viele russische Sportler treffen würde, die nichts mit Doping zu tun hatten", sagte Präsident Rene Fasel.

Auch Kate Caithness, Präsidentin der World Curling Federation (WCF), steht einer Komplettsperre kritisch gegenüber: "Ich möchte nicht sehen, dass saubere Athleten, egal welcher Nationalität, bestraft werden, wenn sie nichts Falsches getan haben. Aber es ist wichtig, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden."