Kritik an Premierministerin Truss wegen geplanter Teilnahme an allen Trauerfeiern

Im Zusammenhang mit den Trauerfeierlichkeiten für die verstorbene Queen ist die britische Premierministerin Liz Truss in die Kritik geraten. In Kommentaren der britischen Presse hieß es am Sonntag, Truss wolle König Charles III. bei den verschiedenen Zeremonien begleiten, um Profit aus der landesweiten Trauer und den Sympathien für das Königshaus zu ziehen.

Ihr Büro gab daraufhin eine Erklärung heraus, in der betont wurde, die Regierungschefin "'begleitet' den König nicht und es handelt sich nicht um eine 'Tournee'". Am Vortag hatte Downing Street bekannt gegeben, dass Truss an den von Charles abzuhaltenden Trauerzeremonien in Schottland, Nordirland und Wales teilnehmen werde. Dazu sei sie nicht verpflichtet, aber sie sei der Ansicht, dass ihre Anwesenheit in diesem Moment der nationalen Trauer wichtig sei.

Diese Idee habe für "einiges Stirnrunzeln gesorgt", schrieb der "Guardian". Im Kommentar eines Journalisten der "Financial Times" hieß es: "Ich kann sehen, dass das Liz Truss hilft. Ich kann nicht sehen, wie das König Charles helfen soll."

Der am Samstag offiziell zum König ausgerufene Charles III. wird am Montag in der St. Giles-Kathedrale in der schottischen Hauptstadt Edinburgh an einem Trauergottesdienst teilnehmen. Am Dienstag findet eine Trauerfeier in der nordirischen Hauptstadt Belfast statt, für Freitag ist eine Zeremonie im Beisein von Charles in Wales vorgesehen.

Elizabeth II. war am Donnerstag im Alter von 96 Jahren auf ihrem schottischen Landsitz Schloss Balmoral gestorben; zwei Tage zuvor hatte sie Truss dort zur neuen britischen Premierministern ernannt.

Die staatliche Trauerfeier, zu der Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter von Königshäusern aus aller Welt erwartet werden, findet am 19. September in der Londoner Westminster Abbey statt. Anschließend wird die Queen auf Schloss Windsor im engsten Familienkreis beigesetzt.

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