Kritik an Meryl Streep: US-Künstler Sabo steckt hinter Plakat-Aktion gegen die Schauspielerin

Die dreifache Oscar-Preisträgerin steht derzeit heftig in der Kritik. (Bild: Getty Images)

Seit Tagen sorgt eine Kunst-Aktion in Los Angeles für Gesprächsstoff: Ein Unbekannter hatte Plakate an mehreren öffentlichen Plätzen angebracht, die Meryl Streep mit Harvey Weinstein und der Aufschrift „She Knew“ zeigen. Jetzt behauptet der erzkonservative Straßenkünstler Sabo: „Ich stecke dahinter.“

Seit Wochen mehren sich die Geschichten über Filmproduzent Harvey Weinstein, dem vor allem von Schauspielerinnen zahlreiche sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden. Umso mehr sorgte eine zunächst anonyme Plakataktion in L. A. für Aufmerksamkeit, die Hollywood-Star Meryl Streep neben Weinstein zeigt. Über der Augenpartie von Streep klebt ein roter Balken mit der Aufschrift „She Knew“ („Sie wusste es“) – die als Anspielung auf den Hashtag #MeToo verstanden werden kann, unter dem sich nach den Weinstein-Vorwürfen zahlreiche User als Opfer sexueller Übergriffe zu erkennen gaben. Tagelang rätselten Menschen in Hollywood und im Netz, wer hinter dieser provokanten Aktion stecken könnte. In der britischen Zeitung „The Guardian“ gab sich nun der Street-Artist Sabo als Urheber zu erkennen.

„Sie greift uns an, also schlagen wir zurück“, sagte der Künstler, der häufig als konservativer Banksy bezeichnet wird und bekennender Fan von Donald Trump ist, in Richtung der Schauspielerin. Wie Banksy tritt auch Sabo nur durch seine Kunst in Erscheinung und hält sich, was seine wahre Identität betrifft, äußerst bedeckt. Deutlich machte er aber immer wieder seine antiliberale Einstellung. Dem „Guardian” verriet er nun, was ihn zu der She-Knew-Aktion bewogen hat: Rache. Weil Meryl Streep ihren aktuellen Film „The Post“ dazu genutzt habe, Donald Trump zu kritisieren, habe er sich letztlich für die Aktion entschieden.


Über Streeps Mitwisserschaft zu den vermeintlichen Übergriffigkeiten Weinsteins sagte Sabo: „Ich war nicht in einem Raum mit ihr. Ich kann es also nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Aber ich meine, jeder in der Filmbrache hatte eine ziemlich gute Ahnung. Ich glaube, sie wusste davon. Vielleicht versorgte sie Weinstein sogar mit Frischfleisch.“

Meryl Streep muss in den USA vor allem von konservativen Kreisen viel Kritik für ihre Bekanntschaft mit Harvey Weinstein einstecken. Viele werfen der Schauspielerin vor, zwar lautstark Donald Trump wegen seiner Äußerungen gegenüber Frauen zu kritisieren, im Falle Weinstein aber zu lange geschwiegen zu haben. Rose McGowan, die zusammen mit Ashley Judd zu den ersten Frauen gehörte, die Vorwürfe gegen Weinstein erhoben, beschimpfte Streep kürzlich als „Heuchlerin“, da sie zwar aus Protest Schwarz zu den Golden Globes tragen wolle, jedoch jahrelang mit Weinstein zusammengearbeitet habe.

Im Gegensatz zu vielen Schauspielerinnen und Schauspielern, die gestanden haben, dass Weinsteins Fehlverhalten gegenüber Frauen ein offenes Geheimnis in Hollywood war, beteuert Streep, davon noch nie etwas gehört zu haben. Streep hatte Anfang dieser Woche nach wiederholten Anschuldigungen ein Statement abgegeben: „Ich stimme Vergewaltigungen nicht stillschweigend zu. Ich verurteile es, wenn junge Frauen missbraucht werden. Ich wusste nicht, was da vor sich geht.“

Kennen sich seit Jahrzehnten: Harvey Weinstein und Meryl Streep bei den SAG Awards in Los Angeles im Januar 2012. (Bild: Getty Images)

Der 49 Jahre alte Guerilla-Künstler Sabo hatte die Orte für seine Plakataktion genau ausgewählt. Neben dem Hollywood Boulevard hängen die meisten Poster in der Gegend von Pasadena, wo Streep ihren Wohnsitz hat. Dabei bediente sich Sabo ästhetisch bei der Künstlerin Barbara Kruger, die für ihren Einsatz von roten Balken auf Porträts bekannt ist.


Aus seiner Begeisterung für Donald Trump und dessen Politik machte Sabo nie einen Hehl. Für ihn sind Republikaner die neuen Punks, Links-sein hält er für eine Störung. Seine Kunst verkauft er auf konservativen Events und über seine Webseite. Zudem erledigt er Auftragsarbeiten, unter anderem für den umstrittenen britisch-amerikanischen Publizisten Milo Yiannopoulos. Und obwohl er selbst im Interview bestätigt, keine Beweise für seine Anschuldigungen gegen Streep zu haben: Die Aufmerksamkeit ist ihm seit der Aktion gewiss.

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