Kritik an Mehrkosten und Verzögerung bei Stuttgart 21 hält an

dpa-AFX

STUTTGART/BERLIN (dpa-AFX) - Die Kritik an neuen Mehrkosten und Verzögerungen beim Bahnprojekt Stuttgart 21 hält an. Die Linken-Verkehrsexpertin Sabine Leidig forderte am Donnerstag einen Ausstieg aus dem Vorhaben und warb für ein Alternativkonzept der Projektgegner. "Kein Geld mehr ins Milliardengrab", verlangte die Bundestagsabgeordnete.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) lehnte es erneut ab, dass das Land einen Teil der Mehrkosten übernehme. Er nannte die neuen nicht überraschend, aber erschreckend. Das Projekt sei nie so genau durchgeplant gewesen, wie seinen Befürworter es immer behauptet hätten, kritisierte Hermann im Deutschlandfunk.

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir teilte mit: "Es tut mir in meiner schwäbischen Seele weh, wenn man bedenkt welche anderen "Baustellen" man mit dem Geld in Angriff nehmen könnte: Kinderarmut, Schulsanierungen, Wohnungsbau, Digitalisierung..."

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Bahn nun einen Kostenrahmen von 7,6 Milliarden Euro für das umstrittene Projekt erwartet - bislang waren es 6,5 Milliarden Euro. Die Fertigstellung verzögert sich zudem auf Ende 2024. Der neue Zeit- und Kostenplan soll auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats Ende Januar beschlossen werden.