Kritik vom Boss: "Hamilton hat Fehler gemacht"

Lewis Hamilton musste sich für seine Leistung beim Ungarn-Qualifying Kritik von Niki Lauda gefallen lassen

Es hätte ein historischer Tag werden können für Lewis Hamilton.

Mit seiner 68. Pole Position wäre er auf einer Stufe gestanden mit Rekordweltmeister Michael Schumacher.

Umso enttäuschter war der Mercedes-Pilot nach Platz vier im Qualifying beim Ungarn-Grand-Prix (Rennen, So. ab 14 Uhr im LIVETICKER). Während der Brite keine Erklärung für die schwachen Zeiten liefern konnte, wurde Niki Lauda deutlicher.

Bei Ferrari herrschte nach der Doppel-Pole große Erleichterung, vor allem Sebastian Vettel war nach den zuletzt enttäuschenden Vorstellungen sehr zufrieden. (DATENCENTER: Ergebnis Qualifying)

SPORT1 hat die Stimmen zum Großen Preis von Ungarn von RTL und der Pressekonferenz.

Sebastian Vettel (Ferrari), Startplatz 1:

"Das Auto war den ganzen Tag über unglaublich. Wir haben einen guten Schritt nach vorne gemacht, es hat wirklich Spaß gemacht. Ich mag diese Strecke sehr. Und das Auto im richtigen Fenster zu haben, wenn die Sonne scheint - darum geht es. Die erste Startreihe ist unglaublich, wir freuen uns auf morgen. Wir arbeiten hart. Das vergangene Rennen war nicht großartig für uns, aber das ist egal. Wir sind hier und geben unser Bestes. Darauf kommt es an. Wir nehmen es Schritt für Schritt. Ich bin sehr glücklich, wo wir als Team stehen. Wir müssen immer daran denken, wo wir vor zwölf Monaten standen. Aber die Hauptaufgabe kommt am Sonntag. Wir haben heute nichts gewonnen."


Kimi Räikkönen (Ferrari), Startplatz 2:

"Der Anfang war gut und das Ende nicht so schlecht, aber die Schikane habe ich auf dem äußeren Randstein angebremst, wodurch ich etwas Grip verloren habe. Da habe ich es weggeschmissen. Trotzdem war es noch ordentlich genug für Rang zwei. Es ist trotzdem etwas enttäuschend. Ich habe gefühlt, dass ich es ziemlich komfortabel in der Tasche habe, aber ich konnte es nicht zu Ende bringen. Ich konnte mein Auto für das Qualifying verbessern. Wir sind über das Handling glücklich. So weit, so gut - aber morgen wird ein langes Rennen."

Valtteri Bottas (Mercedes), Startplatz 3:

"Sie (Ferrari, Anm. d. Red.) waren am ganzen Wochenende schnell, daher wussten wir, dass es im Qualifying eng werden würde und es schwer wird, sie zu schlagen. Und letztlich haben sie die Oberhand behalten. Sie hatten ein gutes Auto und haben auf dieser Strecke alles richtig gemacht, während wir auf solchen Kursen noch etwas zu kämpfen haben. Wir sind an diesem Wochenende nicht so stark wie sonst. Das zeigt, dass wir noch am Auto arbeiten müssen."

Lewis Hamilton (Mercedes), Startplatz 4:

"Das war bisher kein einfaches Wochenende. Das Auto hat sich im Qualifying recht gut angefühlt, und mit Ausnahme von Q3 waren die Zeiten auch gut. Von der Ferrari-Pace bin ich nicht wirklich überrascht. Wir wussten, dass sie hier schnell sein würden. Hier kann man nicht überholen, es wird sich ein Zug bilden. Daher müssen wir versuchen, über die Strategie etwas zu machen."


Nico Hülkenberg (Renault), Startplatz 11:

"Ich bin sehr zufrieden. Mehr ist einfach nicht drin. Die Lücke nach vorne zu Red Bull ist mehr als eine halbe Sekunde. Von daher muss man sagen, dass wir das Beste rausgeholt haben. Das Team hat einen guten Job gemacht, wir haben an diesem Wochenende wirklich ein gutes Auto. Gerade hier in Ungarn, wo das Überholen schwierig ist, ist das natürlich eine bittere Pille (Strafversetzung um fünf Plätze, Anm. d. Red.). Aber da konnten wir nichts machen, das Getriebe war nicht mehr zu retten."

Niki Lauda (Aufsichtsratschef Mercedes):

"Man muss den Ferrari gratulieren. Die sind hier absolut die Schnellsten, sind mit den Reifen am besten zurechtgekommen. Hamilton hat in seinen Runden und Kurven Fehler gemacht. Hätte er es ein bisschen besser hingebracht, wäre er vielleicht Dritter geworden. Hier ist ein Kurs, auf dem du nicht überholen kannst. Deshalb wird beim Start eine Vorentscheidung fallen. Wer zuerst durch die erste Kurve fährt, gewinnt das Rennen normalerweise."

Toto Wolff (Motorsportchef Mercedes):

"Es wird immer schwieriger. Nicht nur wegen der Reifen, sondern auch im Verkehr zu fahren ist wesentlich schwieriger. Jedes Auto ist von der Kühlung hier am Limit, da müssen wir aufpassen. Da gibt es viele Faktoren, die wir berücksichtigen müssen. Im Motorsport kann immer alles passieren, wir haben schon die verrücktesten Rennen erlebt. Aber von der reinen Pace her stehen beide Ferrari vorne. Damit haben sie auch mehr Spielvarianten. Mit einem Sieg zu rechnen, ist die kleinere Prozentchance."

Maurizio Arrivabene (Teamchef Ferrari):

"Fantastisch, sehr gut. Wir haben in der vergangenen Nacht hart gearbeitet. Und jetzt sind wir da. 30 Prozent des Jobs sind gemacht. 70 Prozent kommen morgen noch."