Krisensitzung des CDU-Vorstands heute Abend: Setzt Laschet machtpolitisch jetzt alles auf eine Karte?

Lars Petersen
·Lesedauer: 2 Min.
CDU-Chef Armin Laschet
CDU-Chef Armin Laschet

Der Machtkampf zwischen CDU-Chef Armin Laschet und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder um die Kanzlerkandidatur der Union geht offenbar in die alles entscheidende Phase.

Für Montagabend um 18 Uhr hat Laschet den Bundesvorstand zu einer Krisensitzung einberufen. Eine Tagesordnung oder eine Vorlage gibt es dazu bislang nicht. Nach eigener Aussage will Laschet aber einen Vorschlag machen, wie der Konflikt mit Söder beigelegt werden kann. Näheres dazu wollte er auf einem kurzen Pressestatement am frühen Montagnachmittag nicht sagen.

Doch Fakt ist: Laschet ist inzwischen politisch arg in der Bredouille. Zahlreiche Landesverbands-Chefs hatten ihm bereits am Sonntag gesagt, dass Kreisvorsitzende und die Basis lieber Söder als Kandidaten hätten. Auch die Junge Union sprach sich am Sonntagabend klar für Söder aus. 14 von 18 Landesverbänden stimmten für den bayerischen Regierungschef. Würde Laschet nun aber freiwillig verzichten, wäre er als CDU-Vorsitzender und Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen kaum noch tragbar.

Zumal Laschet durchaus auch eine Menge einflussreicher CDU-Politiker auf seiner Seite hat, darunter Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble oder Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Daher glaubt man CDU-intern auch bislang nicht, dass Laschet freiwillig Söder den Vortritt lässt. Und so könnte Laschet heute Abend alles auf eine Karte setzen, heißt es aus der CDU-Führung. Demnach könnte sein Vorschlag so aussehen: Entweder der Bundesvorstand beschließt offiziell klar, dass er Kanzlerkandidat werden soll – oder er tritt zurück. Ein politisches All-In im Machtpoker mit Söder, das hochgradig gefährlich ist – aber von Erfolg gekrönt sein könnte. Denn so kurz vor der Bundestagswahl liegt es weder im Interesse von CDU noch CSU, nach nur wenigen Monaten einen neuen Vorsitzenden zu finden. Zudem müsste sich Söder innerhalb der Union den Vorwurf gefallen lassen, dass er aus egoistischen Gründen Schaden für die gesamte Union in Kauf genommen hat.

Eingeladen zum Bundesvorstand hat Laschet auch CSU-Chef Markus Söder. Der hat nach einer Präsidiumssitzung der CSU für Dienstagnachmittag ein Presse-Statement angekündigt. Schon vorab hieß es aber, dass er genauso wenig wie Laschet freiwillig aufgeben wolle. So bekräftigte er tatsächlich erneut, dass er als Kanzlerkandidat zur Verfügung stehe, betonte aber, dass dies ein Angebot sei. Die Entscheidung treffe letztlich die CDU als größere Schwesterpartei.