Im Katastrophenfall zur Stelle: Hamburgs Retterin der Seelen

Ein Mann wird am Straßenrand von einem Auto erfasst und in den Graben geschleudert. Der Täter flieht, das Opfer stirbt. Seine Frau steht unbeachtet mitten im Chaos der Rettungsarbeiten. Bis ihr jemand die Hand reicht: Wir sind jetzt nur für Sie da! Angelique Mundt ist Teil des Kriseninterventionsteams Hamburg (KIT), ein stiller Helfer in der Not mit erster Hilfe für die Seele.

Seit zehn Jahren arbeitet die Psychologin ehrenamtlich für das Kriseninterventionsteam Hamburg vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Kreisverband Hamburg-Harburg. Das KIT kümmert sich um Angehörige von Opfern oder Augenzeugen, die mit einem plötzlichen Unfall konfrontiert sind. Sie kennt die Schattenseiten der Stadt und kann Geschichten erzählen, die wir niemals selbst erleben wollen.

Wie sagt man einem Kind, dass seine Mutter gestorben ist?

Mit einer gelb-blauen Jacke, die an die Kleidung von Sanitätern erinnert, betrat Angélique Mundt vor einigen Jahren einen Kindergarten. Die Geschwister, ein vierjähriges Mädchen und ein zweijähriger Junge, saßen alleine zwischen den Spielsachen. Einige Stunden zuvor hatte ihr Vater die Mutter erstochen. Mundt setzt sich zu ihnen, nimmt den Jungen auf den Arm: „Eure Mama wurde schwer verletzt und ist im Krankenhaus gestorben.“

Die Vierjährige hört zu, schaut weg und spielt erst einmal weiter. „Sie hat irgendwann Fragen gestellt. Kluge Fragen! Wo wird sie schlafen? Wer feiert mit ihr Geburtstag? Wo sind ihre Geschenke?“ Die Mutter tot, der Vater in Haft, Verwandte gab es nicht. Angélique Mundt bleibt so lange, bis alles geklärt ist, auch wenn das 24 Stunden dauert. Hier wurden die...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo