Kriselnde Poco-Mutter Steinhoff will Liquiditätssorgen mit Verkäufen begegnen

dpa-AFX

AMSTERDAM (dpa-AFX) - Der von einem Bilanzskandal durchgeschüttelte Möbelhändler Steinhoff will Liquiditätssorgen mit Teilverkäufen begegnen. Der Konzern habe Interessensbekundungen für den Verkauf von Randgeschäften erhalten, was die Kassenlage aufbessern könnte, teilte der im MDax notierte Mutterkonzern des Möbeldiscounters Poco am Mittwochabend mit. Entsprechende Verkäufe könnten die Liquidität um rund eine Milliarde Euro aufpolstern, hieß es. Die afrikanische Tochter Star werde ihre Schulden beim Mutterkonzern refinanzieren, was die zusätzlichen Finanzmittel auf rund 2 Milliarden Euro aufstocken könnte. Anleger sollten aber vorsichtig beim Handel mit Wertpapieren des Konzerns sein, warnte Steinhoff erneut.

Der Aktienkurs von Steinhoff war im Xetra-Handel am Mittwoch um mehr als 63 Prozent eingebrochen, nachdem Steinhoff-Chef Markus Jooste angesichts von Bilanzunregelmäßigkeiten seinen Posten räumen musste und der Konzern die Zahlenvorlage auf unbestimmte Zeit verschoben hatte. Als Grund hatte die Gesellschaft neue Informationen über finanzielle Unregelmäßigkeiten genannt. Möglicherweise müssten auch die Zahlen von früheren Jahren geändert werden. Die Prüfgesellschaft PwC soll nun eine unabhängige Untersuchung durchführen.