Die Krise als Chance: So könnte man jetzt den Grundstein für ein solides Dividendendepot legen!

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Wer Aktien kauft, weil er sich mit den Dividenden einen passiven Einkommensstrom generieren will, hat es in Zeiten, in denen die Börse boomt, relativ schwer, Titel zu finden, die schon von Anfang an eine ordentliche Dividendenrendite aufweisen. Denn wenn viele Aktien nahe an ihren Höchstständen notieren, sind auch die Anfangsrenditen meist nicht so hoch.

Nicht wenige Unternehmen erhöhen zwar regelmäßig ihre Dividende, doch wenn der Aktienkurs im Gegensatz dazu überproportional steigt, hinkt die Ausschüttungsrendite nun mal ein wenig hinterher. Aber den meisten Investoren, die auf Dividenden setzen, sind Anfangsrenditen von unter 2 % einfach zu niedrig, um die entsprechende Aktie für sie interessant zu machen.

Doch in den letzten Wochen hat sich die Situation an den weltweiten Aktienmärkten dramatisch verändert. Ausgelöst durch das Coronavirus und einen stark gesunkenen Rohölpreis gab es in kurzer Zeit Kursverluste gigantischen Ausmaßes. Sowohl unserer DAX als auch der amerikanische Dow Jones Index haben seit ihren Höchstständen vom Februar dieses Jahres bis heute jeweils über 30 % an Wert eingebüßt.

Könnte sich für mutige Einkommensinvestoren hier nicht eine Chance auftun, günstig ein solides Dividendendepot aufzubauen bzw. ein bestehendes zu erweitern? Schauen wir uns die aktuelle Situation also einmal etwas genauer an.

Günstige Gelegenheit

In Zeiten wie diesen, in denen man schon von einer gewissen Panik an den Börsen sprechen kann, ziehen sich die Kursverluste breit durch den gesamten Markt. Jetzt zählen nicht mehr die Geschäftszahlen oder andere wichtige Bewertungsgrundsätze, sondern aus Angst, dass das Coronavirus weltweit noch länger Schaden anrichten könnte, sind fast alle Aktien vom derzeitigen Abschmelzen der Kurse betroffen.

Und so kommen jetzt auch viele Unternehmen unter die Räder, die als solide Dividendenzahler gelten und schon sehr lange eine Gewinnbeteiligung an ihre Aktionäre zahlen. Viele von ihnen gelten als sogenannte Dividendenaristokraten. Das sind Firmen, die ihre Ausschüttung seit mindestens 25 Jahren in Folge ununterbrochen erhöht haben.

Wenn es also Unternehmen gibt, die schon über zwei Weltkriege und alle Krisen hinweg nie ihre Dividende gestrichen haben, könnte man also durchaus davon ausgehen, dass sie auch die aktuelle große Korrektur relativ unbeschadet überstehen und ihre Dividende weiterzahlen werden.

Ein paar Beispiele

Jetzt kann man natürlich nicht über alle guten Dividendenzahler berichten, aber ich habe mir gedacht, vielleicht ist es ja für den einen oder anderen interessant, wenn ich mich einmal nur auf Unternehmen konzentriere, die seit über 100 Jahren regelmäßig eine Dividende gezahlt haben.

Blicken wir also einmal auf zehn internationale Konzerne, die eine so lange Dividendenhistorie aufweisen können, und schauen uns ihre aktuellen Ausschüttungsrenditen an. Der Übersichtlichkeit halber habe ich die Daten in folgender Tabelle zusammengefasst:

Name Kurs (20.03.2020) Dividende je Aktie Dividendenrendite
Bank of Nova Scotia (WKN: 850388) 49,65 CA-Dollar 3,60 CA-Dollar 7,25 %
ExxonMobil (WKN: 852549) 31,76 US-Dollar 3,48 US-Dollar 10,96 %
UGI (WKN: 887836) 26,28 US-Dollar 1,30 US-Dollar 4,95 %
Procter & Gamble (WKN: 852062) 103,58 US-Dollar 2,98 US-Dollar 2,88 %
Coca-Cola (WKN: 850663) 39,70 US-Dollar 1,64 US-Dollar 4,13 %
Colgate Palmolive (WKN: 850667) 63,84 US-Dollar 1,76 US-Dollar 2,76 %
General Mills (WKN: 853862) 52,35 US-Dollar 1,96 US-Dollar 3,74 %
Church & Dwight (WKN: 864371) 64,80 US-Dollar 0,96 US-Dollar 1,48 %
Air Liquide (WKN: 850133) 103,25 Euro 2,70 Euro 2,61 %
3M (WKN: 851745) 126,37 US-Dollar 5,88 US-Dollar 4,65 %

Quelle: Aktuelle Börsendaten und Investor-Relations-Informationen der Firmen

Auch wenn nicht alle Werte sehr hohe Dividendenrenditen aufweisen, so liegt die aktuelle Anfangsrendite bei drei der zehn Aktien bei über 4 % und bei zwei von ihnen sogar über 7 %. Man sollte weiterhin nicht vergessen, dass es sich ausschließlich um Unternehmen handelt, die schon über sehr lange Zeiträume zuverlässig eine Ausschüttung zahlen.

Wer also interessante Aktien sucht, bei denen auch in den nächsten Dekaden mit einer soliden Dividende zu rechnen ist, hat mit den oben genannten Werten auf jeden Fall einen Anhaltspunkt bekommen und könnte sich bei Interesse mit einigen von ihnen durchaus einmal etwas näher beschäftigen.

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Andre Kulpa besitzt Aktien von 3M und Procter & Gamble. The Motley Fool empfiehlt 3D Systems.

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