Darum sind die Cowboys das kriminellste Team der NFL

Stefan Schnürle

Die Dallas Cowboys haben ihrem Ruf als kriminellstes Team der NFL mal wieder alle Ehre gemacht.

Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Cowboys erneut eine saftige Strafe an die Liga zahlen müssen, weil zu viele Spieler Sperren gesammelt haben.

So wurde Defensive End Damontre Moore zwar noch als Seahawks-Spieler beim Fahren unter Drogeneinfluss erwischt, beim Strafenkatalog zählt dies aber schon gegen das neue Team. Defensive Lineman David Irving sowie der bereits gefeuerte Wide Receiver Shaq Evans verstießen derweil gegen die Anti-Drogen-Regeln.

In Star-Rookie Ezekiel Elliott (häusliche Gewalt), Nolan Carroll (Autofahrt unter Drogeneinfluss) und Damien Wilson, der mit einem Truck absichtlich eine Frau anfuhr, warten drei weitere Übeltäter noch auf ihre Sperre.

Das Netz witzelt

Für die Cowboys ist dies fast schon eine Fortführung einer alten Franchise-Tradition.

Bereits im letzten Jahr musste Dallas für Rolando McClain (für unbestimmte Zeit gesperrt), Randy Gregory (Sperre von vier auf 14 Spiele erhöht) und DeMarcus Lawrence (vier Spiele) 500.000 Dollar blechen. Ähnlich teuer könnte es auch in diesem Jahr werden.

Auf Twitter wird über die Bad-Boy-Truppe bereits gewitzelt, der Beginn des Trainingcamps wurde mit dem Ausgang von Häftlingen verglichen.



Im Internet kursieren zudem Ranglisten, in denen die größten Verbrecher in der Geschichte der Cowboys nach der Schwere der Verbrechen eingestuft werden.

Geschichte mit Skandalprofis

Ein Beispiel: Larry Bethea, der zwischen 1978 und 1983 für Dallas spielte, stahl 64.000 Dollar an Rücklagen von seiner eigenen Mutter. Nachdem er 1987 für schuldig erklärt wurde, beging Bethea Selbstmord.

Ex-Zweitrundenpick Dwayne Goodrich steuerte nach einer Partynacht 2003 mit hoher Geschwindigkeit durch einen Unfallort und erwischte dabei drei Personen, die gerade einen bewusstlosen Mann aus dem brennenden Auto ziehen wollte. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben. In der Folge des Vorfalls war für Goodrich in der NFL Schluss.

Trauriger Spitzenreiter in der Liste der NBC ist Ex-Kicker Rafael Septien, der zunächst wegen Kindesmissbrauchs verhaftet wurde, schließlich aber "nur" wegen unsittlichen Verhaltens zu einer Strafe von 2000 Dollar und zehn Jahren auf Bewährung verurteilt wurde. Septien wurde von den Cowboys entlassen.

Unrühmliche Entlassung

Apropos Entlassung: Konsequenzen zog Dallas vor einigen Wochen bei Lucky Whitehead nach einem angeblichen Ladendiebstahl. Das Problem: Der verhaftete Mann war überhaupt nicht Lucky Whitehead.

Doch obwohl sich die Festnahme als grober Polizeifehler herausstellte, rechtfertigten die Cowboys ihre Entlassung und deuteten weitere nicht bekannte Verfehlungen Whiteheads an. Durchstarter Elliott dagegen, der sich neben der häuslichen Gewalt auch wegen einer Barschlägerei verantworten muss, erhält die volle Unterstützung der Verantwortlichen.


Aus sportlicher Sicht ist das zwar verständlich, da Elliott als Rookie auf dem Feld brillierte und zum siebtbesten Spieler der NFL gewählt wurde.

Der Ruf und die Strafakte der Cowboys dürften darunter jedoch eher leiden.