Kriminelle bevorzugen falsche Fünfziger

Der 50-Euro-Schein ist derzeit die am häufigsten gefälschte Banknote in Deutschland und Europa. Doch das könnte sich bald ändern. Die Entwicklung des Falschgeldumlaufs in Deutschland und der Euro-Zone geht auseinander.


Noch lieben Geldfälscher den 50-Euro-Schein. Im ersten Halbjahr 2017 machte er die Hälfte (47,6 Prozent) der Fälschungen in der Euro-Zone aus – in Deutschland waren es sogar 63 Prozent. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um Scheine der alten Serie. Von Januar bis Juni stieg der rechnerische Schaden in Deutschland gegenüber dem zweiten Halbjahr 2016 damit von rund 2,0 Millionen Euro auf 2,2 Millionen.

Doch das könnte sich bald ändern. Anfang April hat die Europäische Zentralbank (EZB) überarbeitete Fünfziger in Umlauf gebracht. Sie haben einen verbesserten Fälschungsschutz. Gerade einmal 35 Fälschungen des neuen Fünfzigers wurden von Kriminellen in Umlauf gebracht.


Insgesamt haben Polizei, Handel und Banken im ersten Halbjahr weltweit rund 331.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen. Das waren gut sechs Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2016, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mitteilte. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum blieb die Zahl unverändert.

In Deutschland dagegen stieg die Zahl der Fälschungen im selben Zeitraum um 8,7 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2016. Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele hofft allerdings, dass sich das bald ändert. „Die aktuellen Falschgeldzahlen sind zwar im ersten Halbjahr gestiegen, allerdings gehe ich von einem Rückgang bei den 50-Euro-Fälschungen im zweiten Halbjahr aus“, prognostiziert er. „Ich erwarte einen ähnlichen Verlauf wie nach Einführung der neuen 20-Euro-Banknote im November 2015, als die Anzahl der Fälschungen dieser Stückelung deutlich zurückgegangen ist“, fügte Thiele hinzu.

Weltweit richteten Fälscher 2017 in den ersten sechs Monaten einen Schaden von rund 17 Millionen Euro an. Im zweiten Halbjahr 2016 waren es noch 23 Millionen. Wer eine Blüte in die Finger bekommt, darf diese nicht weiter verwenden. Damit macht man sich strafbar. Allerdings gibt es für Falschgeld keinen Ersatz.