Kriminalität: "Polizisten werden schon bei Verkehrskontrollen angegriffen"

Der ehemalige Polizist Karlheinz Gärtner sagt, die Gewalt auf Berlins Straßen ist schlimmer geworden

Karlheinz Gaertner (65) war 44 Jahre als Ermittler auf den Straßen von Neukölln unterwegs. Er kennt die Probleme dort wie kein Zweiter. In diesem Jahr veröffentlichte er sein neues Buch "Sie kennen keine Grenzen mehr". Mit ihm sprach die Berliner Morgenpost über die Hintergründe der Kriminalität am S-Bahnhof Hermannstraße in Neukölln.

Seit vier Jahren sind Sie nicht mehr im Dienst – was hat sich auf Berlins Straßen seitdem verändert, Herr Gaertner?

Karlheinz Gaertner: Vor allem im Straßenverkehr spürt man eine immer stärkere Aggressivität. Hinzu kommt, dass sich schon normale Schlägereien anders entwickeln als früher: Da werden immer häufiger Messer oder andere Waffen eingesetzt. Bei diesen Auseinandersetzungen kommen Außenstehende dann zu großen Gruppen zusammen, um kräftig mitzumischen. So geht das bereits bei normalen Verkehrskontrollen und immer häufiger werden Polizeibeamte zu Opfern. Das ist für die Kollegen heute eine ganz neue Herausforderung – jeder muss damit rechnen, dass auf ihn losgegangen wird. Wenn man dann gegenüber den meist jungen Tätern Nachsicht zeigt, hat man sofort verloren.

Der S-Bahnhof Hermannstraße in Neukölln gilt als einer der zehn besonders gefährlichen Orte in der Hauptstadt. Warum ist das so?

Die Region um den S- und U-Bahnhof ist für Neukölln eigentlich keine spezielle Region. Es kommt hier immer wieder zu massiven Straftaten, genauso wie am Hermannplatz, am Bahnhof Neukölln, am Kottbusser Tor oder an ander...

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