Kriminalgericht: Prozess in Berlin um Millionenbetrug an Anlegern

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt

Thorsten N. sieht auch am Mittwoch vor Gericht noch weinerlich aus. Der 48-Jährige soll nach seiner Verhaftung im August 2014 bei den polizeilichen Vernehmungen sehr viele Tränen vergossen - und andere beschuldigt haben. Auch seinen Vater. Der 74-jährige Wilfried N. sitzt nun ebenfalls auf der Anklagebank.

Es geht um Millionenbetrügereien an Anlegern in diesem Prozess. Thorsten N. soll jahrelang vermögende Kunden überredet, ihm in der Regel sechsstellige Summen zu überweisen. Er war Inhaber einer Agentur, die bis 2013 für ein namhafte Schweizer Unternehmen arbeitete. Unter dem Signum dieses Unternehmens soll Thorsten N. den Geschädigten gefälschte Dokumente wie Eingangsbestätigungen und Zinsbescheinigungen geschickt haben.

Die Kunden konnten also davon ausgehen, dass er ihr Geld - wie versprochen - gewinnbringend anlegt; mit normal wirkenden Zinssätzen von 2,3 bis 5,5 Euro. In einem Fall vertraute ihm eine Unternehmerin in vier Margen insgesamt 2,1 Millionen Euro. Sie bekam immerhin noch 1,65 Millionen Euro zurück. Andere hatten weniger Glück. Die Ermittler gehen davon aus, dass Thorsten N. das Geld nutzte, um drängenden Gläubigern zumindest Teilbeträge zu erstatteten. Eine großer Teil soll aber auch für sich und seine Familie verwendet worden sein: Teure Reisen, noble Autos, Privatschule für die Söhne.

Wilfried N. soll den Sohn bei den Taten "angewiesen und unterstützt", heißt es in der Anklage. Von ihm hatte Thorsten N. auch die Agentur übernommen. Im Gerichtssaal würdigen sie...

Lesen Sie hier weiter!