Kriminalgericht: Missbrauchprozess: Belastende Aussage gegen Oralchirurg

Ein Oralchirurg soll eine Frau vergewaltigt haben (Archiv)

Berlin. Vergewaltigungsprozesse haben fast stets das gleiche Problem: Nur die beiden Beteiligten wissen, was wirklich geschehen ist. So ist es auch in dem Prozess gegen den 53-jährigen Ronald S.* Der Oralchirurg soll am 20. Juni 2015 seine Patientin Verena D.* bei einem abendlichen Treffen heimlich unter Drogen gesetzt und in einem Hotel mehrfach vergewaltigt haben.

Die 37-Jährige hat diesen Vorfall zum Prozessbeginn am 9. November eindringlich geschildert. Ronald S. machte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Am Dienstag wurde ein wichtiger Zeuge gehört. Der 60-jährige Reinhard B. aus Münster betreibt den gleichen Freizeitsport wie Verena D. Beide treffen sich immer wieder bundesweit bei Laufveranstaltungen. "Auch wenn ich dienstlich mal in Berlin bin, schaue ich bei ihr vorbei", sagte der Verwaltungsjurist. "Man kann schon sagen, dass wir befreundet sind."

Am 22. Juni 2015 fragte Reinhard B. bei Verena D. per Facebook an, ob sie am 28. Juni am Straußberger Halbmarathon teilnehme und welche Zeit sie sich vorgenommen habe. "Sie hat geantwortet ,zweieinhalb Stunden' ", sagte er. Das habe ihn sofort stutzig gemacht. Sonst laufe sie den Halbmarathon eine halbe Stunde schneller. Er rief bei ihr an, und sie sagte ihm, dass es ihr nicht gut gehe. "Sie wirkte niedergeschlagen, antwortete verhalten", sagte er. Schließlich habe sie ihm erzählt, "was sich am 20. Juni abgespielt hat". Dabei habe sie auch den Verdacht erwähnt, dass der Arzt ihr etwas in den Cocktail getan haben könnte.

In...

Lesen Sie hier weiter!