Kriminalgericht: Lisa aus Marzahn: Freund steht vor Gericht

Demonstranten stehen am 23.01.2016 in Berlin vor dem Kanzleramt mit einem Schild, auf dem "Schützt unsere Kinder und Frauen" zu lesen ist. Die Proteste beziehen sich auf Gerüchte zu der angeblichen Vergewaltigung von Lisa aus Marzahn

In der Pressestelle des Moabiter Kriminalgerichts gab es wegen des anstehenden Prozesses bislang nur zwei Anfragen russischer Medienvertreter. Das kann schon ein wenig verwundern. Denn der Fall, der ab Dienstag vor dem Amtsgericht verhandelt wird, hatte in Russland Ende 2015/ Anfang 2016 noch eine merkwürdig große Bedeutung.

Das geschwundene Interesse mag vielleicht auch der Tatsache geschuldet sein, dass sich die Vorwürfe etwas verschoben haben. Angeklagt sind nicht etwa die - vermeintlichen - Vergewaltiger der damals 13-jährigen Lisa (Name geändert). Vor Gericht verantworten muss sich der damalige Freund des Mädchens. Dem zur Tatzeit 22-jährigen Ismet S. werden nach Auskunft von Gerichtssprecherin Lisa Jani schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes und die Herstellung kinderpornographischer Schriften vorgeworfen - er soll den Sex mit dem neun Jahre jüngeren Mädchen mit seinem Handy aufgenommen haben. Das Alter der Schülerin, davon gehen die Ermittler aus, sei ihm bei den Missbrauchstaten in seiner Kreuzberger Wohnung durchaus bewusst gewesen.

Es sind also beileibe keine Bagatelltaten. Auch wenn ein Kind einwilligt, darf sich ein Erwachsener nicht sexuell an ihm vergreifen. Andererseits handelt sich aber um ganz andere Vorwürfe, als jene, die 2016 sogar vom russischen Außenminister Sergej Lawrow auf einer internationalen Pressekonferenzthematisiert wurden: Das Kind sei von drei Männern quasi auf dem Schulweg von der Straße weggezerrt, in einer Wohnung festgehalten und mehrfac...

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