Kriminalgericht: Ex-Freundin falsch belastet: Acht Monate Freiheitsstrafe

Nach dem Tod einer Berliner Künstlerin ist der Angeklagte zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden (Symbol)

Thomas H. schätzt es inzwischen auch selber so ein: "Es war eine absolut blöde Idee." Der 38-Jährige ist angeklagt wegen Freiheitsberaubung und falscher Verdächtigung. Neben ihm sitzt seine 81 Jahre alte Oma vor einem Moabiter Strafrichter auf der Anklagebank. Beide sind voll geständig. Wobei Thomas H. sehr darauf bedacht ist, alle Schuld auf sich zu nehmen und die vor ihm sitzende Gertrud M. zu entlasten.

Am 11. Januar 2016 hatte Gertrud M. anonym einen Brief an die Polizei geschickt. Darin wurde behauptet, dass die 36-Jährige Jasmin K. am 31. Dezember ein totes Baby in eine Babyklappe des Krankenhauses Neukölln gesteckt habe. In der Konsequenz wurde gegen Jasmin K. ein Ermittlungsverfahren wegen Totschlags eingeleitet und sie kam sogar für einen Tag in Haft - bis eine DNA-Untersuchung klärte, dass sie keineswegs die Mutter ist. Vor Gericht konnte Jasmin K. nicht mehr aussagen; sie ist inzwischen verstorben.

Thomas H. und Jasmin K. hatten sich im Sommer 2015 nach drei Jahren getrennt. Gründe gab es offenbar einige. Thomas H. spricht vor Gericht von "gekränkter Eitelkeit"; von Geld, dass ihm die Frau angeblich gestohlen habe; aber es ist auch von einem anderen Mann die Rede, mit dem er sie gesehen habe.

Im August 2015, kurz nach der Trennung, kam Thomas H. mal wieder in Haft. Er war dort schon oft, hat 39 Einträge in seinem Strafregister; Anlass waren vor allem Diebstähle, die er beging, um sich Geld für Drogen zu beschaffen. Er ist seit 20 Jahren abhängig.

Die Oma - "ich bin ihr...

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