Kriminalgericht: Ehefrau beinahe umgebracht – Angeklagter erinnert sich nicht

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Der dreijährige Sohn hat alles gesehen. Er betrat am 2. März dieses Jahres das Schlafzimmer in der Wohnung im Ortsteil Mariendorf, sah die Mutter blutüberströmt auf dem Bett liegen und über ihr den Vater, der ein Messer in der Hand hielt. "Was machst du mit Mama?", hatte das Kind erschrocken gerufen. "Schneidest du sie?"

Es war der Moment, in dem Ersin D. von seiner Ehefrau abließ. Der 37-Jährige muss sich seit Dienstag vor einer Moabiter Strafkammer verantworten. Laut Anklage hatte er 14 Mal auf seine Ehefrau Nadi D. eingestochen.

Vor Gericht möchte Ersin D. zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Was er dann auch wortreich und überaus detailliert vollzieht. Er und Nadi D. haben sich vor etwa zwölf Jahren kennengelernt. Ersin D. hatte damals parallel noch eine andere Frau und mit dieser auch ein Kind. Er habe dann quasi zeitweise mit zwei Frauen gelebt, lässt der knapp 1,60 Meter große Angeklagte von einem Dolmetscher aus dem Türkischen übersetzen.

Von Istanbul zurück nach Berlin

Vielleicht war diese Konstellation ja der Grundstein für Auseinandersetzungen, die es in den zwölf Jahren mit Nadi D. immer wieder gab. Auch, als er sich längst von der ersten Frau getrennt, Nadi D. geheiratet und mit ihr vier gemeinsame Kinder hatte. Vor allem sein Schwiegervater habe sich ständig in die Ehe eingemischt, habe ihn abgelehnt und "immer wieder die Atmosphäre vergiftet", sagt Ersin D., der zuletzt in einer Döner-Fabrik arbeitete. Er habe versucht, mit Nadi D. und den Kindern bei seinen Eltern in...

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