Kriminalgericht: Bewährungsstrafe für falschen DHL-Boten

Bewährungsstrafe für 20-Jährigen, der sich an Raubüberfall in einer Wohnung beteiligte. Seinen Mittätern drohen Strafen von fünf Jahren aufwärts.

Er war der einzige Deutsche in diesem traurigen Triumvirat. So wurde der 20-jährige Jan K.* nicht sehr bereitwillig zum Mittäter. Aber hat mit gemacht, hat sich als DHL-Bote verkleidet und einen Mann dazu bewegt, die Wohnungstür zu öffnen. Am Montag verurteilte eine Moabiter Jugendkammer Jan K. wegen besonders schweren Raubes zu einem Jahr und zehn Monaten, ausgesetzt auf Bewährung. Außerdem muss er auf Weisung des Gerichts 60 Stunden Freizeitarbeit verrichten, der Erlös soll dem Opfer zugute kommen.

Vor Gericht hatte Jan K. berichtet, dass er am 23. Februar dieses Jahres mittags eigentlich zum Sport gehen wollte, dann aber auf seinen Bekannten Christopher A. getroffen sei. Der habe ihn mitgenommen zu einem Freund namens Omar H. Und dieser wiederum habe die beiden überredet, ihn zu einer Wohnung am Mariendorfer Damm in Tempelhof zu begleiten.

Angeklagter wollte nicht als Feigling dastehen

Dort wohne ein Mann, der einen Denkzettel verdient habe. Er soll angeblich den Sohn eines Bekannten verprügelt und ihm das Handy weggenommen haben. Omar H. war es auch, der Jan K. aufforderte, eine DHL-Jacke anzuziehen und ein Basecap aufzusetzen, weil er "deutsch" aussehe.

Jan K. war das - seiner Aussage zufolge - von Anfang an nicht geheuer. Als sie die Treppe zur Wohnung hinauf liefen, sei es ihm "mulmig" geworden, und er habe sich zu sträuben versucht. Christopher A. und Omar H. hätten ihn jedoch getriezt, weiter zu gehen. Das habe er getan. "Ich wollte nicht als Feigling dastehen", sagte Ja...

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