Kriminalgericht: Auftritt eines falschen Polizisten

Der Angeklagte Simon K. und sein Verteidiger Detlev Müllerhoff

Ein Wohnungseinbruch ist für jeden Mieter eine üble Sache. Dies kann sich aber noch steigern, wenn es dem Einbrecher egal ist, ob sich jemand in der Wohnung aufhält oder nicht. So musste es am 12. Februar eine Familie in Zehlendorf erleben.

Der Einbrecher, der sich an nichts mehr erinnern kann, steht seit Donnerstag vor einer Moabiter Strafkammer. Es es ist kein normales Verfahren. Statt des üblichen Anklagesatzes verliest der Staatsanwalt eine "Antragsschrift im Sicherungsverfahren". Es steht also schon vor der Verhandlung fest, dass der Beschuldigte zur Tatzeit schuldunfähig war. Ziel aus Sicht der Ankläger ist es, den 24-jährigen Simon K. dauerhaft in der geschlossenen Gefängnispsychiatrie unterbringen zu lassen. Weil zu erwarten sei, so die Antragsschrift, dass von ihm "im unbehandelten Zustand erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten sind und er deshalb für die Allgemeinheit gefährlich ist".

K. warf mit einem Terrakotta-Löwen eine Scheibe ein

Das wird nicht zuletzt deutlich durch die in der Antragsschrift aufgelisteten Taten. Auch wenn sie, wie K.s Auftritt im Dezember 2016 in einem Hostel in Kreuzberg, zunächst ein Schmunzeln erzeugen: Er hatte dort kurz nach Mitternacht zunächst darum gebeten, die Toilette benutzen zu dürfen. Als ihn der Rezeptionist darauf hinwies, dass dies nur Hotelgästen gestattet sei, zog Simon K. einen grünen Ausweis aus der Tasche und gab vor, ein Polizist zu sein. Er sagte auch, dass er jetzt die Tageseinnahmen beschlagnahmen werde. Der Rezeptio...

Lesen Sie hier weiter!