Kriminalgericht: 24-Jähriger gab sich als Anwalt aus und stellte Rechnungen

Der Angeklagte ohne erlernten Beruf habe sich gegenüber Gerichten als Jurist ausgegeben und Gebühren verlangt, sagte der Richter.

Die Zukunft sieht für den 24-jährigen Paul N. alles andere als rosig aus. Er wird aus der Justizvollzugsanstalt Plötzensee, in der er gerade eine fünfjährige Jugendstrafe absitzt, in den Saal 820 des Moabiter Kriminalgerichts geführt. Er ist ein notorischer Hochstapler und Betrüger.

Vor Gericht gibt Paul N. als Beruf Notar- und Rechtsanwaltsgehilfe an. Auch das ist so nicht ganz richtig, den Ermittlungen zufolge hat Paul N. diese Ausbildung abgebrochen. Das nötige Rüstzeug für die Betrügereien scheint er jedoch schon mitbekommen zu haben. Am Ende war ihm die Ausbildung und der zu erwartende Abschluss aber wohl nicht anspruchsvoll genug. Paul N. hat einen Hang zu Größerem. Seine Betrügereien, die er immer wieder beging, hat er als vermeintlicher Rechtsanwalt verübt.

Für den aktuellen Prozess hat der Staatsanwalt einen Packen Papier mitgebracht. Gleich drei Anklageschrift müssen diesmal verlesen werden. In der ersten geht es um so genannte Beratungshilfeanträge, die Paul N. alias Rechtsanwalt Schneider an Amtsgerichte quer durch die Bundesrepublikverschickt haben soll. 317 Fälle wurden aufgelistet. In 42 Fällen wurde dem vermeintlichen Anwalt von den Amtsgerichten die Beratungshilfe auch gewährt. Worauf er sofort Anträge auf Erstattung der Beratungskosten von jeweils 355,69 Euro stellte. Ausgezahlt wurde das Geld jedoch nicht.

Im Amtsgericht Magdeburg trat er in Robe als Anwalt auf

In weiteren Anklagepunkten - unterm Strich sind es 348 - geht es unter anderen darum, dass Paul N. vo...

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