Krimiautor Ian Rankin sieht Wohlfühlliteratur auf dem Vormarsch

Der schottische Bestseller-Autor Ian Rankin

Serienmörder und grausame Gangster könnten nach Einschätzung von Ian Rankin in der Literatur bald passé sein: In unruhigen Zeiten könnte sich der Mensch eher nach tröstender Wohlfühlliteratur sehnen, sagte der schottische Krimi-Autor der Nachrichtenagentur AFP.

Er könne sich gut vorstellen, dass die Menschen in bewegten Zeiten wie diesen mit all ihren Krisen und politischen Umbrüchen keine düsteren Krimis lesen wollten, sagte Rankin. Stattdessen könnten sie nach einer "beruhigenderen Botschaft" suchen, beispielsweise mit "psychologischen Krimis, in denen das Gute triumphiert und gewöhnliche Menschen Krisen überstehen". Er rechne deswegen mit einem Vormarsch von harmlosen Geschichten, die ihren Lesern ein positives Gefühl vermittelten.

Er selbst werde allerdings seine Erzählungen über die düsteren Schattenseiten von Edinburgh zugunsten "netter und sanfter" Geschichten nicht aufgeben, sagte der 57-jährige Erschaffer von Inspektor John Rebus weiter. Im Gegenteil: "Ich bin einfach ein zu großer Zyniker. Vielleicht werden meine Bücher stattdessen noch wilder und chaotischer". Rankins 22. Rebus-Krimi soll im Herbst 2018 auf den Markt kommen.