Pizza-Party pusht Schröder und Co. ins EM-Achtelfinale

Dennis Schröder führt die deutschen Basketballer ins EM-Achtelfinale

Nach der bitteren Niederlage gegen Israel musste für die deutschen Basketballer eine neue Motivationsspritze her. Und wie bereitet man sich am besten auf Italien als Gegner vor? Natürlich mit italienischem Essen.

Am Montagabend stand für Schröder und Co. deshalb ein Abendessen außerhalb des Hotels an - es ging zum Italiener. "Wahrscheinlich hat die Pizza-Vorbereitung geholfen", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss nach dem Sieg gegen Italien mit einem Augenzwinkern, und auch Starspieler Dennis Schröder betonte, dass die Vorbereitung mit einem Besuch in einem italienischen Restaurant "nochmal zusammengeschweißt" habe.

Pizza-Party als Schlüssel

Geschadet hat die Pizza jedenfalls nicht. Denn dank eines tapfer kämpfenden Schröder stehen die deutschen Basketballer erstmals seit 2007 in der K.o.-Phase einer EM.

Der NBA-Star ließ sich beim 61:55 (29:29) gegen Angstgegner Italien auch von einer Handblessur nicht ausbremsen. Die Korbjäger des Deutschen Basketball Bundes (DBB) haben damit das Ticket für das Achtelfinale in Istanbul gelöst.

SPORT1 zeigt die Highlights des Spiels am Dienstag ab 23 Uhr im TV

Schröder, der trotz eines Schlags auf den Oberschenkel und Schnittverletzungen an der Hand auf die Zähne biss, zeigte sich "sehr zufrieden" mit seinem Team: "Wir haben sehr gut verteidigt." Wenn es nötig sei, werde er auch im Duell mit Litauen um den Gruppensieg die volle Spielzeit spielen.

Bundestrainer Chris Fleming lobte seinen Leader Schröder für dessen Einsatz in der Schlussphase: "Jetzt hat er ein paar Stunden, um sich zu regenerieren."

Starkes Teamwork in der Defensive

Vor 2250 Zuschauern in Tel Aviv/Israel zeigten Schröder und Co. von Beginn an starkes Teamwork in der Defensive. Der Spielmacher von den Atlanta Hawks, der seine Blessur im Israel-Spiel erlitten hatte, ging in der Offensive mit 17 Punkten voran. Auch Johannes Voigtmann (12 Punkte) konnte beim dritten Sieg im vierten Spiel bei dem Turnier überzeugen.

"Wenn wir so eine Defense spielen, sind wir schwer zu schlagen", sagte Kapitän Robin Benzing, der die Reaktion auf die bittere 80:82-Niederlage gegen Israel am Sonntag lobte und nun auch den Gruppensieg anpeilt: "Vor dem Spiel gegen Italien waren wir beim Italiener. Vielleicht sollten wir heute Abend litauisch essen gehen."

Gegen Litauen um Gruppensieg

Im abschließenden Vorrundenduell mit Litauen (ab 13.45 Uhr im LIVETICKER) kämpft die deutsche Nationalmannschaft damit um den Gruppensieg, der die beste Ausgangsposition für die Finalrunde in der Türkei bedeuten würde.

Nach dem herben Rückschlag gegen Israel (80:82), bei dem die deutschen Basketballer binnen neun Minuten einen 16-Punkte-Vorsprung verspielten, hatten Schröder und Co. den Ruhetag genutzt, um sich neu zu fokussieren.

Flemings Mannschaft wollte vor allem in der Verteidigung wieder zulegen, um die wenig schmeichelhafte Bilanz gegen Italien aufzupolieren. Vor dem Tip-off standen in der Bilanz elf deutschen Siegen 51 Niederlagen gegenüber. Auch bei der Heim-EM vor zwei Jahren hatte die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) eine bittere Pleite erlitten.

Ausgeglichene Anfangsphase

Die Anfangsphase war ausgeglichen und doch zeichneten sich schnell Sorgenfalten auf der Stirn des Bundestrainers ab. Schröder musste mit Problemen an seiner angeschlagenen linken Hand auf die Bank, der Tapeverband bereitete offenbar Probleme. Doch auch ohne den Starspieler blieb das deutsche Team dran und verkürzte durch Voigtmann mit dem Ende des ersten Viertels per Korbleger auf 16:17.

Auch im zweiten Spielabschnitt präsentierte sich die DBB-Mannschaft konzentriert. Theis traf per Dreier mit Foul zum 24:19 (15.) - und sogar Mike Budenholzer, Coach von Schröder und Italiens Dreierexperten Marco Belinelli bei den Atlanta Hawks, applaudierte auf der Tribüne anerkennend. Auch Schröder bekam wieder mehr Spielzeit und traf zum Halbzeitstand (20.) per Korbleger.

Nach dem Seitenwechsel versuchte es der Spielmacher der deutschen Mannschaft ohne Verband und half seinem Team auch in der Defensive. Italien fehlte weiter der offensive Rhythmus, Deutschland hielt die Führung bis in die Schlussminuten, Danilo Barthel traf sechs Minuten vor der Schlusssirene zum 50:45, danach zog die DBB-Auswahl bis auf zehn Punkte davon.