Schmetterlinge stehen nach Krimi im Viertelfinale

Die deutschen Volleyballerinnen jubeln über den Einzug ins EM-Viertelfinale

Die deutschen Volleyballerinnen sind bei der Europameisterschaft in Aserbaidschan und Georgien über sich hinausgewachsen und ins Viertelfinale eingezogen.

Die junge Mannschaft von Bundestrainer Felix Koslowski bezwang den Favoriten Bulgarien im Play-off-Spiel in einem nervenaufreibenden Krimi mit 3:2 (14:25, 25:20, 18:25, 25:19, 15:11) und trifft am Freitag (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) erneut auf Gastgeber Aserbaidschan. 

"Ich habe gefühlt, dass wir eine Chance hatten. Aber wir haben uns ein bisschen beeindrucken lassen von ein, zwei Aktionen der Gegnerinnen. Wir haben uns dann gegenseitig angestachelt, die Bulgarinnen haben die Tür aufgemacht und wir sind mit der ganzen Horde reingestürmt, unglaublich", sagte Koslowski. 

Gegen die physisch überlegenen Bulgarinnen begann die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) selbstbewusst. Mit viel Tempo und Risiko im Aufschlag konnten die Deutschen zu Beginn gut mithalten und machten es dem Gegner sehr schwer, Punkte zu erzielen. 

Tiebreak nach Achterbahnfahrt

Das Koslowski-Team kämpfte beherzt um jeden Punkt, bei hohen Bällen konnte die 1,94 m große Star-Angreiferin Jeliza Wasilewa allerdings ihre ganze Stärke ausspielen und führte Bulgarien zum Satzgewinn, auch weil Deutschland den eigenen Angriff nicht mehr durchbringen konnte.

Im zweiten Durchgang gelang es dem Team um Spielführerin Maren Fromm, den Matchplan konsequent umzusetzen und die frühe Führung mit schnellen Angriffen zu halten.

Die Bulgarinnen leisteten sich mehr Fehler, die Deutschen holten den Ausgleich. In der Folgezeit schafften es die Schmetterlinge allerdings nicht, das Level konstant hoch zu halten und gerieten erneut in Rückstand.


Dank einer kämpferisch starken Leistung holten sich Fromm und Co. den vierten Satz und erzwangen den Tiebreak. Der Gegner wirkte zunehmend verunsichert, bei Deutschland lief im Entscheidungssatz einfach alles zusammen. 

Hauptziel erreicht

Für Koslowski ist die EM eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio 2020. Seine talentierte junge Mannschaft braucht die Spiele auf hohem Niveau, um sich weiterzuentwickeln und die nötige Wettkampfhärte anzueignen.

Der 33-Jährige war mit sieben EM-Debütantinnen nach Aserbaidschan gereist. Sein Team ist im Schnitt 24,6 Jahre alt. Besonders überzeugen konnte Diagonalangreiferin Louisa Lippmann, die am vergangenen Samstag ihren 23. Geburtstag gefeiert hatte.

Die Zielsetzung hat das Team mit der Viertelfinalteilnahme erfüllt, nun geht es am Freitag um die Revanche gegen den Gastgeber. Schon in der Vorrunde zeigte die DVV-Auswahl gegen Polen (2:3), Ungarn (3:1) und Aserbaidschan (1:3) ihr großes Potenzial.